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Off Season

Bachelorarbeit zum Thema Saisonaler Tourismus, betrachtet durch die Off Season.

Abstract DE

Saisonaler Tourismus prägt viele Regionen so stark, dass er zu einem wesentlichen Bestandteil ihrer Identität wird. Ganze Landschaften, Infrastrukturen und Ortsbilder werden auf wenige Monate im Jahr ausgerichtet und für die Bedürfnisse touristischer Nutzung gestaltet. Doch was passiert in der restlichen Zeit, wenn das Spektakel vorüber ist und leere Hotels, geschlossene Souvenirgeschäfte und stille Strände zurückbleiben? Was kann uns die Perspektive der Off Season über die Strukturen und Auswirkungen des saisonalen Massentourismus erzählen?

Im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen Zeiträume, in denen Orte, die sonst von Bewegung, Konsum und Hektik geprägt sind, plötzlich still werden. Dieser Zustand zwischen Nutzung und Verlassenheit, zwischen vergangener und kommender Saison, wird als Off Season verstanden.

Am Beispiel der griechischen Halbinsel Kassandra in der Region Halkidiki untersucht diese Arbeit die Off Season als Gegenperspektive zum saisonalen Massentourismus. Tourismus wird dabei als räumliches, ökonomisches und kulturelles System betrachtet, dessen Auswirkungen auf lokale Gesellschaften und Umwelt analysiert werden. Auf Grundlage sozialgeografischer und kulturtheoretischer Ansätze werden die Produktion touristischer Räume, die Inszenierung von Authentizität sowie die Rolle visueller Repräsentationen untersucht.

Der Fokus liegt auf der Off Season als einem liminalen Zustand, der einen Moment der Entkopplung von den üblichen touristischen Dynamiken ermöglicht. In dieser Phase treten die Funktionen touristischer Orte in den Hintergrund und eröffnen neue Formen der Wahrnehmung, in denen die zugrunde liegenden Strukturen des Tourismus sichtbar werden. Abwesenheit wird dabei nicht als bloßer Mangel verstanden, sondern als eigenständige Perspektive, die die Widersprüche, Abhängigkeiten und ökologischen Folgen des modernen Tourismus offenlegt.

Abstract EN

Seasonal tourism shapes many regions so profoundly that it becomes a defining part of their identity. Entire landscapes, infrastructures, and townscapes are oriented toward only a few months of the year and designed to meet the demands of tourism. But what happens during the rest of the year, when the spectacle is over and empty hotels, closed souvenir shops, and silent beaches remain? What can the perspective of the off season reveal about the structures and impacts of seasonal mass tourism?

This thesis focuses on periods in which places that are usually characterized by movement, consumption, and activity suddenly become still. This condition, situated between use and abandonment, between the previous and the upcoming season, is understood as the off season.

Using the Greek peninsula of Kassandra in the region of Halkidiki as a case study, this thesis examines the off season as a counter-perspective to seasonal mass tourism. Tourism is approached as a spatial, economic, and cultural system, and its effects on local communities and the environment are analyzed. Drawing on socio-geographical and cultural-theoretical approaches, the thesis explores the production of tourist spaces, the staging of authenticity, and the role of visual representations.

The focus lies on the off season as a liminal condition that creates a moment of detachment from the usual dynamics of tourism. During this period, the functions of tourist spaces recede into the background, opening up new ways of perceiving places and revealing the underlying structures of tourism. Absence is therefore understood not as a mere lack, but as a distinct perspective through which the contradictions, dependencies, and ecological consequences of contemporary tourism become visible.

Thesis

Die Thesis wurde aufgrund der theoretischen außeinanderstezung mit touristischen Postkarten und deren Einfluss auf das Bild lokaler Bevölkerungen in der Breite einer Postkarte angelegt. Das Buch ist umschlungen in einem Schwimmring, in dem vorne und hinten eine Postkarte eingeschweißt wurde.

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Praxis Konzept

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Im praktischen Teil verschiebt sich der Fokus stärker auf die touristische Abwesenheit als gestalterische Haltung. Ausgehend von der Annahme, dass Tourismus stark durch Konsum- und Produktionslogiken geprägt ist, entsteht eine alternative Gegenwelt, das Universum der Off Season. Dieses Universum entwickelt eine eigene gestalterische Sprache. Während die Hochsaison durch übersteigerte visuelle Reize, kräftige Farben, Überfüllung und Inszenierung geprägt ist, reagiert die Off Season mit 
Reduktion, verblassten Farben und Spuren von Nutzung.

Die Gestaltung setzt bewusst auf Abwesenheit, Leere und das Sichtbarmachung von Vergänglichkeit. Gleichzeitig wird diese Gegenwelt auch als Kritik an kapitalistischen Wachstums- und Verwertungslogiken verstanden. Der praktische Teil beginnt mit einer fotografischen Untersuchung von Hotels außerhalb der Saison. Diese Orte werden im Verlust iher Funktionalität gezeigt: über einen Zeitraum von sieben Monaten stehen sie still, leer und ohne touristische Aktivität. Die entstandenen Fotografien werden in einem Fotobuch zusammengeführt.

Darauf aufbauend entstehen Plakate, die auf alten Strandhandtüchern gedruckt werden. Diese Textilien tragen bereits Gebrauchsspuren vergangener touristischer Saisons in sich. Die Gestaltung reagiert darauf, indem sie die Materialität und die Spuren des Gebrauchs in die visuelle Sprache der Off Season integriert und weiterführt.

Ein weiterer Bezugspunkt der theoretischen Arbeit ist die Rolle der Postkarte als aussagekräftiges touristisches Medium. Aufbauend auf Christina Bonarous Recherche von Griechischen Postkarten, sowie der Erweiterung durch die eigene Sammlung von Postkarten wird dieses Format in die Off-Season-Welt übertragen und neu interpretiert, in dem die Logik von Erinnerung, Abwesenheit und touristischer Repräsentation eingearbeitet wird.

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Werkschau

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Für meine Werkschau habe ich eine verspielte Herangehensweise gewählt, bei der mein Studienverlauf als Gänsespiel dargestellt wird. Historische Brettspiele dienten dabei als Inspiration. Diese Referenz findet sich sowohl im Cover als auch im Layout wieder und wird zusätzlich durch das Würfelelement aufgegriffen. Das Projekt stellt eine Art „Full-Circle-Moment“ dar, in dem das Studium seinen Abschluss findet.

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werkschau.pdf

Werkschau.pdf PDF Werkschau.pdf

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DokuTheorie.pdf PDF DokuTheorie.pdf

Ein Projekt von

Fachgruppe

Kommunikationsdesign

Art des Projekts

Bachelorarbeit

Betreuer_in

foto: Prof. Susanne Stahl foto: Prof. Dr. Helga Schmid

Zugehöriger Workspace

2.25-BA (SPO 2019) | 1001 (SPO 2025) Prüfung Bachelorarbeit und Präsentation

Entstehungszeitraum

Sommersemester 2026