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Urban Love Scapes

Projekt im ersten Studienabschnitt. Ein Kurs der Gestaltungsgrundlagen.

Liebevolle Orte Berlins - Freund*innenschaften am Hauptbahnhof

Hintergrund / Kontext und Fragestellung

Zentrale zukunftsgerichtete Frage: 

In einer Gesellschaft, in der Freund*innenschaften gegenüber romantischen und familiären Beziehungen häufig weniger priorisiert werden, stellt sich die Frage, welches utopische und zugleich konkrete Umdenken in der Gestaltung urbaner Räume notwendig ist, um liebevolle Verbindungen zwischen Menschen nicht nur allgemein zugänglich zu machen, sondern gezielt Third Spaces zu schaffen, die Freundinnenschaften fördern, ihr Entstehen erleichtern und ihr langfristiges Wachsen und Gedeihen unterstützen.

Weitere inhaltliche Fragen die in der Ausarbeitung aufgekommen sind:

Ist die gezielte Förderung von Freund*innenschaften eine der direktesten Möglichkeiten, der generationenübergreifenden Herausforderung individueller Einsamkeit zu begegnen und soziale Verbundenheit nachhaltig zu stärken?

Wie könnte ein feministisches Verständnis von Gesellschaft dazu beitragen, den ÖPNV zu einem sozialen Raum zu machen, in dem Freund*innenschaften entstehen, wachsen und gepflegt werden können?

Input aus dem Kurs

Gleich der Einstieg: die Fotosafarie, in der wir existierende Orte die liebevolle Verbindungen bereits fördern sowie Orte mit viel Potential in diese Richtung im Kurs gesammelt und besprochen haben, hat mir einen sehr guten Überblick gegeben in das Thema. Sowie einen Überblick darüber, was andere Kursteilnehmende in Orten sehen und wahrnehmen. 

Viel konkreter ist die Übung zu Fotolovestorys in mein Fanzine eingeflossen. Sie hat mir extrem viel Spaß gemacht und war ein guter Input auf den ich mich später in der Ausarbeitung zurückfallen lassen konnte.

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Der Input zum Thema Freund*innenschaften hat mich natürlich am aller meisten beeinflusst und viele Recherche Ergebnisse wie bell hooks Definition von Liebe, aber auch die Studie der Bertelsmann Stiftung  „A comparison of youth loneliness in Europe“ 2024 hat mich nachhaltig beschäftigt und großen Einfluss auf meine Motivation im Arbeitsprozess genommen, aber ist auch inhaltlich stark in das Zine eingeflossen.

Urban Love Scapes_Kurs SoSe 2026.pdf PDF Urban Love Scapes_Kurs SoSe 2026.pdf

Ich habe zwar thematisch am Hbf gearbeitet aber die Auseinandersetzung mit dem Einfluss von Biophelia auf die Psyche des Menschen wie die Liebe zur Natur Gruppe uns nahgebracht hat, ist in meiner Ausarbeitung immer weiter gekreist. So hat meine Zukunftsvision zum Friedhof mich noch lange begleitet und ist später wieder und wieder in anderer Form aufgetaucht.

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Meine Zukunftsvision zum Alexanderplatz hat ähnlich direkten Einfluss genommen. An dieser Stelle muss ich aber auch die Interviews erwähnen, die wir vor Ort am Alex geführt haben. Schon dort wurde mehrfach der Wunsch nach mehr Grün laut. Dadurch wurde Solarpunk als Inspirationsrichtung für mich interessant.

Als zentraler Platz in Berlin mit direktem Anschluss an einen großen Bahnhof – also auch eine Art Bahnhofsvorplatz, wenn man so will – war die Übung zur Zukunftsvision letztlich auch ausschlaggebend dafür, dass ich mich am Ende für den Hauptbahnhof als liebevollen Ort entschieden habe.

Hier habe ich auch schon mit einem Illustrationsstil für das Zine rumprobiert. Die Illustration ist in Procreate mit einem „Colored Pencil Brush Set“ entstanden. Den Stil habe ich später etwas angepasst aber sehr ähnlich auch für meine Love Story Doppelseite verwendet. Deswegen denke ich dass ich aus dieser Übung in vielen Hinsichten viel geschöpft habe. Die Bäume und Lianen habe ich in dem Stil auf meiner Doppelseite zum Hbf als architektonische Zeichnung übernommen.

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Meine Zukunftsvision zum Hbf war natürlich sehr richtungsweisend weil ich zu dem Zeitpunkt wo ich sie bearbeitet habe auch schon tief in meinem Konzept gesteckt habe. Da sie also sehr ähnlich ist wie der Abschnitt „Idee“ weiter unten in der Doku verweise ich nur nochmal hier darauf:

https://miro.com/app/board/uXjVGn9f0-g=/?moveToWidget=3458764672386193802&cot=14

Von der von uns im Kurs gemeinsam erarbeiteten empirischen Forschung durch eine Online Umfrage sowie Interviews habe ich in meinem Fanzine ausschließlich Interviews verwendet. Das lag vor allem an der deutlich qualitativeren statt quantitativen aussagen die ich aus den Interviews im Vergleich zu der Umfrage entnehmen konnte. grundsätzlich hätte ich mich gerne der Herausforderung gestellt einige Ergebnisse der Onlineumfrage, also Daten zu visualisieren doch ich habe von leider keinen richtigen Platz in meinem Zine noch Daten die zu meiner Idee vom Zine gepasst haben. 

Die Interviews habe ich alle für mich selbst, also im Bezug auf die Liebesform Freund*innenschaften und Hbf ausgewertet. Dabei haben mich einige Aussagen ganz besonders inspiriert. Und vor allem dabei geholfen andere Bedürfnisse kennen und verstehen zu lernen. So konnte ich in der Zukunftsvisualisation viele Ideen, Bedürfnisse und konkretere Ideen aus den Interviews schöpfen.

Außerdem habe ich  zu bestehenden Zukunftsvisionen von Bahnhöfen recherchiert. Besonders wie Züge in der Zukunft aussehen könnten hat mich sehr interessiert. Dazu hier zwei Beispiele über die ich gestolpert bin und die mir als Inspiration dienten.

https://www.dlr.de/de/fk/forschung-transfer/projekte/innovative-fahrzeugkonzepte/next-generation-train

https://www.ccb.or.jp/mice/e/news/chibamonorail/

Für die Zukunftsvision vom Hbf bzw. wie Bahnhöfe in Berlin generell zukünftig aussehen könnten habe ich mich von Anfang an ebenso an Interview Aussagen orientiert, die sich eine offenere Architektur mit mehr Licht gewünscht haben. Ich habe an Botanische Gärten, die Biosphäre Potsdam und eben an Gebäude mit großen Glasfassaden gedacht, die es aus Gründen ihrer Bewohnenden, also Pflanzen, darauf anlegen so viel Licht wie möglich reinzulassen. Da musste ich mich an das Eden Projekt aus England erinnern, von dessen Architektur ich mir viel abgeguckt habe. 

https://www.edenproject.com

Idee

1. 

Inhaltlich war es mir ein Bedürfnis ein umfangreiches Bild aus der Forschung, dem wir uns in dem Vortrag angenähert haben, abzubilden und die Leser*innen einen Überblick über den großen Einfluss, die Bedeutung von Freund*innenschaften in der Gesellschaft und ihre Hindernisse durch selbige zu geben.

2. 

Zu dem wollte ich einen Ist - Zustand vom Hbf als Ort abbilden und verschiedene Perspektiven darauf zeigen. Sowie in einer überwiegend neutralen Sichtweise den bereits belebten und genutzen Ort für Freund*innenschaften ebenso zeigen, wie auch die vielen Bedürfnisse an diesen Ort.

3.

Für meine Zukunftsvision wollte ich den Adressierten eine utopische Version auf die Zukunft geben um der Resilienz an schlechten Nachrichten und Gewalt aus aller Welt eine Positive Sicht auf die Zukunft entgegensetzt. Denn so sehr es auch eine Utopie bleibt, schenkt sie Zuversicht und Mut in seinem kleinem und großen Handeln und Entscheiden im Hier und Jetzt zu etwas zu verändern um eben so ein utopische Szenario zu begünstigen.

Umsetzung

Zu 1. 

Bei dem umfangreichen Einleitungstext habe ich mit meiner Gruppe zur Liebesform Freund*innenschaften gearbeitet. Yala, Emilia und mein Faszine haben den gleichen Einleitungstext der von Yala stammt. Ich mag den Text sehr, weil er auf wirklich alles eingeht und so eine kompakte erste, aber auch tiefreichenden Einblick in die Liebesform gibt. 

Farbe als visuelle Sprache:

Die Doppelseite hat eine große Riso-Fluo-Pink-Farbfläche, da ich diese Farbe bewusst für Stellen gewählt habe, an denen es im Zine um Menschen und die Liebesform Freund*innenschaft geht. Auch viele Zeichnungen von Menschen sowie ihre Umrisse auf dem Cover erscheinen als pinke Formen. Die Farbe ist dynamisch, kräftig und laut, zieht Aufmerksamkeit auf sich und nimmt sich ihren Raum. Damit soll das Thema der Liebe in Freundinnenschaften einerseits visuell hervorgehoben werden. Gleichzeitig soll die Wärme von Liebe unterbewusst wahrgenommen und vermittelt werden, dass Freundinnenschaften sich in der Gesellschaft Raum nehmen und „laut“ sein dürfen.

Im Verlauf des Zines verändern sich die Farbanteile: Zu Beginn dominiert das Pink, da zunächst die Liebesform der Freund*innenschaft im Mittelpunkt steht. Ab der Hälfte nehmen die Grünanteile zunehmend zu und überwiegen schließlich. So verändert sich auch die Farbwelt parallel zur inhaltlichen Entwicklung des Zines.

Zu 2. 

Um den Ist - Zustand des Hbfs zu zeigen habe ich sowohl Fotos als auch Interviewzitate gewählt. Sowie einen Text zu der Service Design Entwicklung der DB mit reingenommen. 

Mit den Fotos zeige ich das Thema Freund*innenschaften am Hbf direkt (Foto S. 3) aber sie sollen durch Motive mit Symbolcharakter die den Hbf prägen (Glassfassaden, Dach, Baukräne, Leuchtreklame) bei jedem Betrachtendem eigene Bilder aus persönlicher Erinnerung erzeugen. 

Die Doppelseite (S. 4-5) kombiniert vollflächige Fotografien die einen geistig direkt an den Ort des Geschehens führen mit einem Text der Einblicke in das Bahnunternehmens gibt und Entwicklung und ihre Schwierigkeiten anspricht. 

Hier noch einige RAW Fotos die nicht im Zine vorkommen als ein Einblick in meinen Arbeitsprozess.

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Den Interview Ausschnitt auf den Seiten 6 - 7 habe ich als Love Story illustriert wie ein Comic oder eine Foto Love Story aus unserer Übung. Diese Form der Visualisierung habe ich gewählt um die sonst informativen Texte aufzubrechen und um eine fiktionale Erzählung zu ergänzen. An sich ist es ja ein Zitat und keine Fiktion aber ich interpretiere die richtige Erzählung  ja und stelle die Handlung anders da als sie passiert ist. Und in dem Moment wo ich Sprechblasen mit neuen Sätzen gewählt habe, empfinde ich die Illustration als eine visuelle Ergänzung der Geschichte. 

Dieser Ausschnitt ist inhaltlich eine positive Erinnerung von Freund*innen die sich ihre Wartezeit am Hbf kreativ vertreiben und gleichzeitig zusammen in ein Abendteuer aufbrechen. Es ist einer von wenigen positiven Geschichten aus den Interviews und gerade deshalb wollte ich sie zeigen um insgesamt einen neutralen Querschnitt abzubilden.

Farbe als visuelle Sprache:

Gleiches gilt auch für Auswahl der Zitate der Interviewdoppelseite (S. 8 - 9). Hier, bei der Hälfte des Zines, mache ich auf den oft erwähnten Wunsch nach „mehr Grün“ am und im Hbf sowie auf andere Bedürfnisse wie weniger Reize aufmerksam. Das heißt ab hier wird auch über die Zukunft gesprochen und dafür habe ich die Farbe Riso Green verwendet. 

Grün soll der Zukunftsvision einerseits Souveränität und andererseits eine zuversichtliche, hoffnungsvolle und beruhigende Konnotation verleihen. Denn meine Vision vom Berliner Hbf soll, eben jene Ruhe und harmonische Aufenthaltsqualität die einen liebevollen Umgang zwischen Menschen fördert, ausstrahlen.

Zu 3. 

Für meine Version des Hbf in vielen vielen Jahren habe ich versucht die Bedürfnisse und Wünsche von unseren Interviewpartner*innen umzusetzen. In diesem Prozess gab es viele Skizzen von Zügen und von Gleisen also Orten die jetzt schon so existieren. Doch ich wollte es etwas abstrakter halten und deshalb habe ich mich auf eine Galändeübersicht aus der Vogelperspektive, also auf einen 2D Plan und eine allgemeingültige Detailaufnahme von Menschen auf Bänken eingeschossen. 

Grundsätzlich wollte ich das Gebäude entzerren und durch viele Etagen, Gebäuden, Plätzen, Grünflächen, Pavillons usw. erweitern und öffnen. So habe ich an alternativen Dächern und wänden herumgedacht wie ich weiter Oben mit dem Eden Projekt schon eine Inspiration genannt habe. Aber auch ganz andere Gebäude mit anderen Funktionen habe ich skizziert.

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Ich wollte für die Visualisierung meiner Zukunftsvision nicht mit einer KI erstellen. Kollagen als Medium konnte ich mir auch nicht so ganz vorstellen, und deshalb bin ich sehr schnell wieder bei Illustrationen gelandet. Doch es war mir wichtig trotz des Fanzine Anspruchs einen Stil zu verwenden der die Vision greifbar macht und irgendwo realer wirken lässt. Um Hoffnung zu schenken und es nicht darzustellen wie eine unmögliche Zukunft.

Deshalb haben mir architektonische Skizzen als Inspiration gedient. Also der Illustrationsstil von Ideen und Visionen die tatsächlich so in der Stadtplanung und Architektur eingesetzt wurde und teilweise bestimmt immer noch werden.

Auf den Seiten 10 -11 sieht man also den Plan mit einer Legende links am Rand. Diese Legende hat einige Nummern auf die im Beschreibungstext zur Gesellschaft noch einmal genauer eingegangen wird (S. 12-13). In dem Text taucht dann auch nochmal eine 3D Ansicht bzw. ein Seitenprofil von der Art der Gebäude und deren Einrichtung (Pflanzen) auf. Um die Planansicht mit Details zu erweitern. 

An dem Plan habe ich vermutlich am aller meisten gesessen und viele verschiedene Versionen gehabt.

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Bei der letzten Doppelseite (S. 14-15) wollte ich den in den Interviews mehrfachen Wunsch nach mehr Sitzmöglichkeiten im Detail darstellen. Die Sitzlandschaft ermöglicht Freunden*innen allen alters zusammenzukommen und verschiedenste Aktivitäten auszuführen. Es ist gibt viel Platz zum sitzen, spielen, tanzen, liegen und dass alles in einer grünen Umgebung mit Bäumen und Pflanzen. 

Ich wollte mit der Seite zum Ende hin auch nochmal visuell die Zukunftsvision (grün) und die Menschen mit ihren Freund*innenschaften und der darin befindlichen Liebe (pink) in direkten Zusammenhang stellen. 

Sie soll wie ein Ausblick funktionieren. 

So auch das Backcover. Während auf dem Cover der Ist - Zustand und die Besucher*innen des Hbfs und ihre Freun*innenschaften zu Beginn des Zines im Vordergrund, schließt das Backcover mit einem Symbol des Umbaus und Wandel das Zine ab und gibt einen symbolischen Ausblick in eine Zukunft mit Entwicklung.

Bei der letzten Doppelseite (S. 14-15) wollte ich den in den Interviews mehrfachen Wunsch nach mehr Sitzmöglichkeiten im Detail darstellen. Die Sitzlandschaft ermöglicht Freunden*innen allen alters zusammenzukommen und verschiedenste Aktivitäten auszuführen. Es ist gibt viel Platz zum sitzen, spielen, tanzen, liegen und dass alles in einer grünen Umgebung mit Bäumen und Pflanzen.

Ich wollte mit der Seite zum Ende hin auch nochmal visuell die Zukunftsvision (grün) und die Menschen mit ihren Freund*innenschaften und der darin befindlichen Liebe (pink) in direkten Zusammenhang stellen.

Sie soll wie ein Ausblick funktionieren.

So auch das Backcover. Während auf dem Cover der Ist - Zustand und die Besucher*innen des Hbfs und ihre Freun*innenschaften zu Beginn des Zines im Vordergrund stehen, schließt das Backcover mit einem Symbol des Umbaus und Wandel das Zine ab und gibt einen symbolischen Ausblick in eine Zukunft mit Entwicklung.

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Ich bin sehr froh die Möglichkeit gehabt zu haben mich mehr mit dem Riso Druck auseinander zu setzten. Manchmal war es sehr nervenaufreibend vor allem beim Druck selbst. Meine ausgewählten Farben hatten beide eine nicht ganz flächige Farbverreibung von der Drucktrommel auf den Master. Letztendlich habe ich noch ein zweites Mal ein paar wenige Exemplare gedruckt um auch den Versatz der zwei Farben etwas ausgeglichen zu bekommen. Und der Druck ist wirklich weit von perfekt an einigen Stellen, aber ich bin mit den Riso Farben so so glücklich.

Alle gedruckten Seiten im Überblick mit Seitenzahlen.

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neu 2.pdf PDF neu 2.pdf

Reflexion und Potenzial

Ich finde, man kann sehen, wie viel Arbeit und Zeit insgesamt in meine Bearbeitung geflossen sind. Das ist nicht bei jedem Projekt immer so, aber gerade hier macht es mich umso stolzer auf meinen Prozess. Mit den Illustrationen hatte ich eine tolle Übung, aber auch wirklich ein Zine mit so vielen umfangreichen Inhalten von Titel und Cover bis Impressum und Rückseite zu erarbeiten hat mich defititiv weitergebracht. Und beides hat mir großen, großen Spaß bereitet. Außerdem bin ich glücklich, dass es mir gelungen ist, ein utopisches Szenario der Zukunft abzubilden, denn das war mir persönlich einfach wichtig.

Für mich war es neu, empirische Umfragen zu machen und auszuwerten. Das fiel mir nicht immer leicht, auch weil am Ende bei den Interviews zum Hbf viele sehr kurze Antworten mit wenig qualitativen Inhalten herausgekommen sind.

Ich denke, Potenzial läge auf jeden Fall noch in der Quantität der Zukunftsvisionen. Mit mehr Zeit oder einer anderen Zeitstrukturierung hätte ich gerne noch eine zweite Vision aufgenommen und 24 Seiten bearbeitet. Zum Beispiel hätte ich super gerne noch eine Doppelseite oder generell einen Teil zu Bahnhöfen in asiatischen Metropolen wie in China, Hongkong oder Japan gestaltet. Chinesische Bahnhöfe wurden sogar in den Interviews als Positivbeispiel erwähnt, und ich hätte große Lust gehabt, mich dort weiter mit diesem Thema zu beschäftigen. Dadurch wäre es mir außerdem möglich gewesen, meine europäische bzw. westliche Sichtweise zu verlassen und anders kulturell geprägte Third Spaces und Designentscheidungen in den Vordergrund zu stellen.

Außerdem liegt im Riso-Druck auf jeden Fall noch Potenzial in der Genauigkeit, mit der die Farben übereinanderliegen. Kleine Reminder an mich für die Zukunft: Zwei Farben als Text übereinander zu drucken, einfach nicht machen – das macht nur Kopfschmerzen!!! Erst am Ende, nach vielen, vielen Stunden im Riso-Labor, habe ich mir zugetraut, so ein großes Projekt zu drucken. Da war ich allerdings schon mit dem Binden meines eigenen Zines fertig und habe nur noch anderen geholfen.

Ich fühle mich durch den Kursinput wahnsinnig bereichert. Über Liebe zu lernen, sie zu definieren und über ihre verschiedenen Formen im Kurs zu sprechen, hat mich in meiner persönlichen und charakterlichen Entwicklung weitergebracht, sodass ich meine Beziehungen durch einen neuen Blick sehe. Der Kurs hat mir inhaltlich die Augen geöffnet. Und davon git es glücklicher Weise nach dem Kurs auch kein Zurück mehr. Außerdem bin ich dankbar, sowohl die Anforderungen an eine Umfrage und an Interviews als Tools kennengelernt als auch diese wirklich durchgeführt und miterlebt zu haben. Überrascht hat mich, wie viele verschiedene Orte und Konstitutionen ich dadurch direkt kennenlernen konnte und wie viel ich dabei über meine Umgebung und Berlin gelernt habe.

Ein Projekt von

Fachgruppe

Gestaltungsgrundlagen

Art des Projekts

Studienarbeit im ersten Studienabschnitt

Betreuer_in

foto: Dr. Jasmin Jossin foto: Prof. Myriel Milicevic

Zugehöriger Workspace

Urban LoveScapes – Topologien eines zukünftigen Miteinanders

Entstehungszeitraum

Sommersemester 2026