In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
Mehrere kleine Brüder (zwischen 18 und 22) meiner Friends haben in der letzten Zeit den Wunsch geäußert, zur Bundeswehr zu gehen. Meine Friends haben diese Nachrichten geschockt entgegen genommen und sich gefragt, wie sie zu dieser Entscheidung gekommen sind. Dabei handelte es sich außerdem bei allen, um nicht-weiße Personen, weshalb uns diese Entscheidung besonders verwundete.
Letztendlich kam heraus, dass Bundeswehr Werbung jungen Männern automatisch bei TikTok ausgespielt wird und ebenfalls große Plakatflächen an wichtigen Orten in Städten damit plakatiert werden.
Deshalb wollte ich eine Kampagne entwickeln, die die Risiken vermittelt und erklärt, warum es vielleicht doch besser ist, nicht zur Bundeswehr zu gehen.
Um zu schauen, was es bereits für Werbekampagnen gibt, habe ich TikTok Videos, Plakate und Werbefilme angeschaut und analysiert.
2026 warb die Bundeswehr mit neuen Rekrut:innen. Das bedeutet, junge Menschen sprechen sich für die Bundeswehr aus. So können sich junge Menschen mit der Kampagne und der Bundeswehr identifizieren. Die Slogans „Ich mach’s für mich und … meine Freunde, mein Zuhause, …“ emotionalisieren.
Auch Kampagnen aus den Jahren zuvor wollten vor allem junge Menschen ansprechen und arbeiteten daher visuell mit Videospiel Ästhetinnen, einem Abenteuer, cooler Technik.
Nach meinen Recherchen überzeugen sie dabei mit der Idee von Kameradschaft, Struktur, Sport, Dienst für die Gesellschaft, das eigene Land zu beschützen und Geld.
Aber natürlich wird dabei nicht auf die Risiken, die Kritik an der Bundeswehr eingegangen. Deshalb wollte ich das in meiner Kampagne bearbeiten.
Es gibt auch eine Menge Kritik an den Kampagnen der Bundeswehr, da sie wichtige Informationen verharmlosen und es oft aussehen lassen, als wäre die Bundeswehr ein bisschen wie ein Sportcamp.
Was sie dabei außen vor lassen:
- PTBS
- Verwundung
- Tod
- auf andere Menschen schießen zu müssen
Mein Ziel war es eine Kampagne zu gestalten, die jungen Menschen aufzeigt, welche Risiken die Bundeswehr birgt und warum sie vielleicht lieber nicht zur Bundeswehr sollten.
Ich habe dafür Entwürfe erstellt, die das Thema auf unterschiedliche Weise beleuchten, mich dan für einen entschieden und diesen genauer ausgearbeitet. Dabei ist eine Plakatserie und TikTok Clips entstanden.
Die erste Idee war es die Werte, mit denen die Bundeswehr wirbt, umzudrehen und dramatisch zu verdeutlichen, was ein Bundeswehreinsatz für Folgen haben kann. Dabei habe ich mit Freistellern in Kombination mit Typo gearbeitet. Ich wollte, dass die Plakate bold, aber simpel sind und mit nur einem Wort, die Absurdität darstellen. Farblich sollten sie ebenfalls an die Bundeswehrfarben erinnern.
Die Slogans:
1. Kameradschaft…
Auf dem Friedhof.
2. Frieden sichern.
Mit Waffen…
3. Sichere Karriere.
Verwundet…
Ich fand zwar gut, dass diese Idee abschreckend wirkt, aber hatte nicht das Gefühl, dass ich damit junge Leute gut erreiche, deshalb habe ich weiter ausprobiert.
Bei der zweiten Idee wollte ich die Risiken ebenfalls herausstellen, aber wollte eine Sprache wählen, die nicht ganz so hart war, wie in der ersten Idee. Deshalb entschied ich mich dazu, dieselben Worte auf Arzneiverpackungen zu schreiben und darunter die Risiken und Nebenwirkungen der Bundeswehr aufzulisten. Für die Verpackungen wählte ich den Flecktarn in unterschiedlichen Farben.
Die Idee gefiel mir schon besser, aber die 3. Idee fand ich am Besten, deshalb habe ich diese weiterverfolgt.
Die Kampagne „Ich mach‘s nicht!“ ist eine direkte Antwort auf die „Ich mach‘s für mich und…“ Kampagne der Bundeswehr. Aber anders als in den ersten beiden Ideen zeige ich hier, wie das Leben ohne die Bundeswehr sein kann und warum die Protagonist:innen in den Fotos/Videos deshalb nicht zur Bundeswehr gehen.
Da ich dabei mit Fotos von Menschen arbeiten wollte, aber natürlich kein eigenes Fotoshooting machen konnte, habe ich für die Bilder mit KI (Gemini) gearbeitet. Dabei war mir wichtig, dass es aussieht als wären die Aufnahmen im Moment entstanden, als wären es Schnappschüsse aus Erlebnissen mit Freund:innen.
Farblich nutzte ich hier auch wieder ein grün, entschied mich hier aber absichtlich für ein Neongrün, dass lebendig und jung wirkt.
Auch bei den kurzen Clips für Social Media wollte ich, dass die Aufnahmen aussehen, wie aus einem Moment mit Freund:innen. Hierfür habe ich ebenfalls mit KI (ebenfalls Gemini) rumprobiert. Hier merkte ich in meinen Ergebnissen aber, deutlich dass ich mit der Fotogenerierung schon mehr Erfahrung habe.
Um die Momente noch etwas nostalgischer zu machen, habe ich bei den Videoclips außerdem mit einem Retro Filter gearbeitet, der an eine Camcorder oder Analog Ästhetik erinnert, die gerade wieder im Trend ist.
Die Recherche zum Thema fand ich sehr interessant! Von TikTok Videos von Rekrut:innen bis zu Dokus von Veteranen war alles dabei, was mir sehr bei der Entwicklung der Slogans geholfen hat. Außerdem hatte ich sehr viel Spaß mit KI zu experimentieren und bin, zumindest was die Plakate anbelangt, mit dem Ergebnis auch zufrieden.