In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten sich mit Schrift zu beschäftigen. Type Design - Schriftgestaltung (Designen von Schriftarten), Lettering - Wörter zeichnen (z.B. Logos, keine ganze Schriftart), Kalligrafie - Schreiben von Buchstaben in schönster Schrift (ohne nochmal zu bearbeiten) und Typografie - das Gestalten mit vorgefertigten Buchstaben („das Wissen um die Anwendung mit Schrift“). In diesem Kurs geht es aber um Typografie. Das Aufstellen eines Grundlinienrasters, das Setzen von Schrift, die unterschiedlichen Arten, wie man Schrift setzen kann. In der folgenden Dokumentation sind all diese Aspekte im Detail gezeigt.
Unsere erste Übung bestand darin, von einer für uns visuell ansprechenden Zeitschrift drei Doppelseiten auszuwählen und diese auf Transparentpapier nachzuskizzieren. Hierbei werden die Texte in Blöcken abgezeichnet (um die Länge und Höhe der Zeilen einsehen zu können) und die Bilder mit Diagonalen in der Fläche versehen. Mit dieser Technik fällt uns das Analysieren des Grundlinienrasters leichter.
Ich habe die Zeitschrift „Laura“ gewählt. Da sind verschiedene Dinge zusammengefasst. Rezepte, Geschichten, beantwortete Fragen, Werbung und mehr. Also sehr viel Unterschiedliches.
Die Seiten sind sehr unterschiedlich aufgebaut. Mal mehr Bilder, mal mehr Text, auf manchen Seiten läuft der Text am Bild entlang, auf anderen steht er im Blocksatz. Auf einer Doppelseite sind hierbei auf der einen Hälfte 6 Spalten, auf der anderen Hälfte 8 Spalten Text gesetzt.
Es gab auch eine Seite mit Werbung drin. Da war die Überschrift mit geschwungener Grundlinie gebaut, was nicht zum Grundlinienraster und zur Outline passt. Aber hier wurde uns erklärt, dass Werbeseiten von den jeweiligen Marken oder Herstellern vorgegeben sind und man damit dann leben muss, dass es aus dem Layout fällt.
Bei der Übung 02 drehte sich alles um Grundlinienraster. Wir haben uns gemeinsam Halb- und Ganzzeilenraster angesehen und sollten als Aufgabe Seiten aus zwei Präsentationen nachbauen. Einmal zum Halbzeilenraster und einmal zum Ganzzeilenraster.
Beim ersten Erstellen des Rasters hatte ich eine Schwierigkeit, weil das Raster die oberste Linie mit der Höhe der Kleinbuchstaben nicht richtig übernommen hat. Aber nach kurzen Probieren und Vergleichen habe ich in den Voreinstellungen bei „Relativ zu“ von „oberer Seitenkante“ zu „oberem Seitenrand“ geändert und dann hat alles funktioniert. Ansonsten habe ich alles ganz gut hinbekommen.
Ein ausführliches Feedback zu dieser Aufgabe fehlte mir, da ich an dem Tag nicht da war.
Es war natürlich für den Anfang etwas schwierig die richtigen Maße und Daten einzustellen, gerade weil ich noch nie ein Grundlinienraster erstellt habe, aber da ich auch mehrere Anläufe brauchte ging es mit jedem Mal schneller, weil ich die Abläufe dann schon im Kopf hatte. Dabei sollten wir uns an eine Reihenfolge an Schritten halten:
1. Seitenformat festlegen
2. Satzspiegel (Ränder) definieren
3. Anzahl Spalten und Abstand definieren
4. Schriftgröße und Zeilenabstand vom Fließtext festlegen
5. Höhe der Kleinbuchstaben (ohne Oberlänge) ermitteln
6. Grundlinienraster in Voreinstellungen umsetzen
7. Satzspiegel am Fußsteg dem grundlinienraster anpassen
Diesen Ablauf einzuhalten ist wichtig, denn wenn man sich später für eine andere Schriftgröße des Fließtextes entscheidet, muss man das gesamte Grundlinienraster wieder neu anpassen und alles neu ausrichten. Überschriften und Einleitungstexte müssen sich hierbei nicht am Grundlinienraster orientieren.
Ganzzeilenraster:
Halbzeilenraster:
Das Grundlinienraster, die Texte und Bilder wurden vorgegeben. Diese sollten wir auf A3 ausdrucken, Text und Bild ausschneiden und dann in die zweite A3-Seite mit dem Raster aufkleben.
Im Kurs haben wir alle Varianten aufgehängt und jeder hat drei Punkte bekommen, die er oder sie auf die Kompositionen verteilen durfte. Danach kam das Feedback.
Meine Komposition geht ganz gut auf. Obwohl alle Informationen auf einer Doppelseite untergebracht sind, wirkt sie dennoch nicht zu überfüllt. Das liegt hierbei an den Überlappungen von Text und Bild. Der Gedanke dahinter ist, dass der Text nicht im Bild drin steht, sondern dass er in einem weißen Kasten steht und das Bild somit abgeschnitten ist.
Meine Aufgabe war es diese Komposition noch einmal zu überarbeiten. Zum Einen ist es wichtig bei dieser analogen Aufgabe sauber und ordentlich zu schneiden und zu kleben. Ein weiterer Punkt war auch, dass ich mehr auf Bezugslinien achten soll. Dass also die Texte auf beiden Hälften oben an der selben Grundlinienrasterlinie ansetzen und somit auf einer Höhe anfangen. Also habe ich die Komposition wie folgt nochmal überarbeitet.
Desweiteren sollten wir noch eine weitere Variante digital anfertigen. Diesmal habe ich darauf geachtet auch mal zwei Doppelseiten mit den vorgegebenen Elementen zu bestücken.
Danach gab es noch eine Aufgabe, wo wir die Elemente bearbeiten durften. Wir konnten sie größer oder kleiner machen, die Satzart der Texte ändern, einzelne Wörter verändern/hervorheben oder Sätze herauslösen.
Ich habe hierbei auf die Hervorhebung der Studiengänge in der kleinen Einleitung geachtet. Außerdem wurde die Überschrift geändert und ansonsten kleinere Veränderungen vorgenommen.
Im Feedback wurde mir mitgegeben, dass ich die Einzüge am Anfang des Blocksatzes weglassen muss. Diese sind entstanden, da ich den vorherigen langen Text in drei Abschnitte geteilt, die vorher schon durch die Einzüge getrennt waren.
Außerdem sollte ich den Blocksatz nochmal überprüfen und die Bezugslinien anpassen. Die zweite Seite war ansonsten okay.
Anhand des Feedbacks habe ich dann meine freie Komposition nochmal überarbeitet und angepasst.
Als nächste Übung sollen wir uns 5 Gegensätze aussuchen, wie zum Beispiel „dick - dünn“. Diese beiden Wörter sollen dann jeweils auf einem A4-Format unterschiedlich, passend zu ihrer Bedeutung dargestellt/abgebildet werden. Die Bearbeitungsform ist uns überlassen.
Beim Erfüllen dieser Aufgabe gab es keine großen Schwierigkeiten. Erst habe ich über die Bedeutung der verschiedenen Gegensätze nachgedacht und anhand dessen dann die Wörter dargestellt.
Im Nachhinein habe ich einige Begriffe überarbeitet.
Beim „Dominant“ habe ich die Abstände zwischen den Buchstaben verringert. So wirkt es noch dominanter als vorher.
Auch „kaputt“ habe ich noch mehr kaputt gemacht als davor und habe es aus der Grundlinie des Wortes fallen lassen. Vorher stand es noch zu gerade auf seiner Grundlinie.
Bei dem Wort „ganz“ habe ich den Steg, der über das ganze Wort geht, breiter gemacht, damit die Verbindung besser zu sehen ist und es sauberer aussieht.
Das Wort „brav“ habe ich, anstatt mittig, noch oben rechts in die Ecke gesetzt, damit es ganz brav am Anfang des Satzspiegels steht. Davor stand es in der Mitte des Blattes.
In dieser Aufgabe hat sich jeder einen Buchstaben ausgesucht (so, dass jeder Buchstabe nur einmal vorkommt) und sollte dann zu verschiedenen Adjektiven wie „elegant“ und „extravagant“ eine Schriftart aussuchen, wo der jeweilige Buchstabe in der jeweiligen Eigenschaft dargestellt ist.
Ich habe mich in dieser Aufgabe auf Schriftarten von Adobe konzentriert und viele getestet. Zuerst habe ich für mich selbst zu den Adjektiven überlegt, was ich mir darunter vorstelle. Dann schaute ich meine Schriftarten durch und wählte das aus, was anhand meiner Vorstellungen am besten passte. Viele Schriften musste ich erst herunterladen, aber so habe ich ein größeres Kontingent an Schriftarten, mit denen ich auch für spätere Projekte arbeiten kann.
Im ersten Schritt habe ich mich für den Text „Alice im Wunderland“ entschieden. Daraufhin habe ich mir die erste Schriftart überlegt, die man für den Haupttext nehmen kann und auch Schriftgröße und ein erstes Grundlinienraster.
Text: Alice im Wunderland
Typo Haupttext: Garamond
Schriftgröße Haupttext: 13
Grundlinienraster: 12 Spalten
Beim Durchlesen des Textes habe ich mir direkt die Textstellen rausgeschrieben, bei denen ich mir typografische Highlights vorstellen kann.
Typografische Highlights Ideen:
„Hinunter! Hinunter! Hinunter!“ (Wiederholung)
Fläschchen „Trinke mich“ - S. 4, Absatz 3 (Typo in Form einer Flasche setzen)
Teleskop - S. 4, Absatz 2, S. 5, Absatz 2
„Zehn Zoll hoch“ - S. 5, Absatz 3
„4 Zoll tief und einen halben Corridor lang“ - S. 7, Absatz 5
mathematische Rechnung - S. 8, Absatz 2)
Weinen-Thema (Tränen-Typo)
„schrumpfte“ - S. 9, Absatz 2
„Tränenpfuhl“ - S. 9, Absatz 5
wütende Maus - S. 10, Absatz 4
ängstliche Maus - S. 11, Absatz 1
„blass“ - S. 11, Absatz 4
Nach der Zwischenpräsentation habe ich mir weitere Gedanken zum Feedback gemacht. Die Randbreite ist verändert. Auch das Format ist angepasst und eine neue Schriftart wird später im Buch für den Haupttext genutzt. Die Source Serif ist eine Schrift mit vielen Schnitten mit denen man gut experimentieren kann.
- Rand von 5mm auf 15mm vergrößert
- Format auf 200mm x 250mm
- Schriftgröße von 13 auf 12
- Typo Haupttext: Source Serif 4
-> ist große Schriftfamilie mit vielen Schnitten
- gesprochener Text auf 4 Spalten, Rest auf 8 Spalten
Der gesprochene Text wird aus dem Fließtext rausgelöst und in den rechten 4 Spalten der Seiten eingeordnet.
Ich habe versucht die ersten Ideen meines Konzeptes umzusetzen. Dafür habe ich die ersten 4 Seiten vorgestaltet. Hier sind die Erzähltexte links und in schwarz geschrieben. Die gesprochenen Texte stehen immer in den rechten Spalten einer Seite, wobei der gesprochene Text von Alice in blau geschrieben ist. Dies deutet auf ihr blaues Kleid im Zeichentrickfilm hin.
Beim ersten typografischen Highlight, die Wiederholung von „Hinunter! Hinunter! Hinunter!“ bin ich erst etwas zurückhaltender gewesen und habe die Buchstaben des Wortes „Hinunter!“ runterfallen lassen, aber auch das Wort selbst. Eines habe ich in der gleichen blauen Farbe geschrieben wie Alice´s Sprechtext, um sie mit in das Highlight einzubauen, wie sie hinunterfällt. Beim Highlight bin ich dann aber nochmal etwas mehr hereingegangen (1. Highlight-Seite), habe eine zweite Schriftart, die IMPACT, mit eingebracht und die Schriftgrößen hier und da verändert.
Im Feedback wurde mir unter anderem mitgegeben, dass ich nicht den ganzen Sprechtext von Alice blau färben sollte, weil das Blau zu dominant ist. Die Auszeichnungsfarbe sollte ich lieber für typografische Highlights und die kleinen Auszeichnungen verwenden.
Das Typografische Highlight soll auch noch stärker werden, dichter und auch verschiedene Schriftarten und Schriftgrößen sollen vorkommen. Das wird im Folgenden noch mehr bearbeitet.
Da ich letzte Woche sehr hinterher hing, habe ich viel gearbeitet und den Text jetzt vollständig eingefügt und mit typografischen Highlights und Auszeichnungen versehen.
Beim folgenden Highlight habe ich mich an unserer Grundlagenübung 4, den Gegensätzen, orientiert. Vier verschiedene Möglichkeiten sind gebaut. In der Seite davor ist das „Trinke mich!“ auch bereits als Auszeichnung festgehalten und stellt in der wachsenden Schrift ein drängendes Gefühl dar. Das typografische Highlight zeigt dieses nochmal stärker, da es, gerade in den letzten beiden Beispielen, randabfallend steht, in Black und ausschließlich in Großbuchstaben geschrieben ist. Nach diesem Highlight, welches eine ganze Seite einnimmt, entscheidet Alice sich dazu, das Fläschchen auszutrinken.
Außerdem habe ich das dritte typografische Highlight erstellt: Der Tränenpfuhl. Hierbei habe ich das Wort „Tränenpfuhl“ runtertropfen lassen, so wie Alices Tränen. Das Wort bildet sich dann um den Satz „…bis sich zuletzt ein großer Pfuhl um sie bildete, ungefähr vier Zoll tief und den halben Corridor lang.“ wie eine Pfütze. Diese zieht sich auch noch auf die folgende Seite. Außerdem ist das Wort „Tränenpfuhl“ in verschieden Schriftschnitten geschrieben, weil eine Pfütze ja auch von innen nach außen „ausläuft“ und die Wasserschicht nach außen hin dünner wird. Deswegen geht der Übergang von innen nach außen von Black zu Extra Light.
Als Feedback wurde mir mitgegeben, dass man die „Tränen“ noch mehr tränenmäßiger darstellen kann. Die Idee hierbei war, das Wort auseinander zu ziehen, die Buchstaben einzeln und untereinander zu setzen. Dabei werden die Abstände zwischen den Buchstaben von oben nach unten größer.
Bei der Abschlusspräsentation bekam ich Feedback zu meinem zweiten typografischen Highlight, das „Trinke mich“. Dieses hatte ich, wie vorher gezeigt, als dreifache Wiederholung auf einer Seite festgehalten. Ich sollte die Wirkung nochmal verstärken und als Idee sagte ein Kommiliton, dass ich die Wiederholung rausnehmen sollte und dafür die Worte „Trinke mich“ diagonal über die Seite laufen lassen soll.
Dieses Feedback habe ich umgesetzt und habe dabei die Typo aber auch etwas auf die rechte Seite der Doppelseite laufen lassen. Außerdem sind die Buchstaben randabfallend gesetzt, was das Highlight noch dominanter und lauter macht. Nun wirkt es viel besser als vorher.
Dazu habe ich den Sprechtext von der Maus am Ende des zweiten Kapitels in Extra Light geschrieben. Vorher war es in Bold, da die Maus eigentlich wütend kreischt, aber das Bold passt nicht ins Gesamtbild der Doppelseite. Und da die Maus ganz am Ende auch in Extra Light geschrieben ist und es zu einer kleinen, zarten Maus passt, habe ich mich dafür entschieden es so zu lassen. Und da vor dem Sprechtext der Maus eine Auszeichnung steht, wo die Worte „kreischender, wütender“ in blau und black geschrieben und auch von der Schriftart größer sind, muss der Sprechtext selbst nicht noch laut hervorgehoben werden.
Es gab noch Feinschliffe im Flatter- und Blocksatz. Ansonsten ist die Datei fertig.
Der erste Druck hat nicht funktioniert, da es einen Fehler mit der Datei gab. Es konnte eine Schriftart im PDF nicht erkannt werden und deswegen hat der Drucker mitten im Druck plötzlich aufgehört und sich neu gestartet.
Als ich es ein paar Tage später nochmal versucht habe, konnte ich die Datei ohne Probleme und Fehlermeldungen exportieren und auch endlich drucken. Beim Papier habe ich mich für glattes, weißes Papier mit einer Grammatur von 150 entschieden. So sind die Seiten stabiler, da man sich dieses Buch eventuell mehr als nur einmal anschaut und somit auch die Seiten öfter blättert. So hält sich das Buch länger.
Beim zweiten und dritten typografischen Highlight gibt es leider ein paar Probleme im Druck, da die Elemente eigentlich über beide Doppelseiten verlaufen. Durch den Broschürendruck und die Anordnung der Einzelseiten passen die Elemente leider nicht mehr perfekt zusammen und es sind kleinere, schmale Weißräume entstanden.
Beim „Trinke mich!“-Highlight gab es beim Druck noch ein zweites kleines Problem. Teilweise verläuft die blaue Schrift vom Highlight unter dem schwarzen Erzähltext. Dadurch sieht es beim Erzähltext aus, als hätte er eine weiße Outline, was allerdings in der Datei nicht angegeben ist. Dieses Problem konnte leider nicht behoben werden.
Das Binden hat sehr gut geklappt. Die Broschürenheft-Maschine in der Buchbinde hat gute Arbeit geleistet. Ich habe zum ertsen Mal eine Broschürenheftung gebunden und sowohl das Drucken, als auch das Binden hat gut funktioniert. Das Binden besser als das Drucken, aber beim Drucken weiß ich nun, woran ich bei der nächsten Bindung dieser Art arbeiten muss.
Der Kurs war hier und da recht nervenaufreibend, allerdings habe ich viel neues gelernt. Ich bin sehr froh, dass ich jetzt bessere Präsentationen aufbauen kann und viel über Grundlinienraster und Komposition gelernt habe. Außerdem hat mir das Bearbeiten des großen Projektes viel Spaß gemacht. Ich hing zwar am Anfang hinterher, aber mit der Zeit kam auch der Spaß am Arbeiten. Ich kann mir gut vorstellen auch im weiteren Verlauf speziell mit Typografie zu arbeiten.