In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
vola ist ein Start-Up, dass Öle und Würzöle in innovativen Quetschflaschen anbietet. Dabei legt das junge Unternehmen Wert auf Nachhaltigkeit und Regionalität.
Öle? Ja! Konventionell? Auf keinen Fall. Durch die Wahl des Packaging, heben sich die hochwertigen Speise- und Gewürzöle deutlich vonden sonst verfügbaren Ölen im Supermarkt ab.
Dabei legen die Gründer außerdem Wert auf folgende Aspekte:
Regional & Bio
Das Start-Up legt Wert auf kurze Lieferketten und die absolute Natürlichkeit der Speiseöle. Für die Herstellung werden 100% Bio Rohstoffe verwendet.
Qualität
Durch das Kaltpressverfahren unter 27°C bleiben alle wertvollen, natürlichen Aromen vollständig erhalten. Außerdem gesundheitlich haben die Öle einiges zu bieten: Sie sind nämlich reich an essentiellen Fettsäuren und Vitaminen.
Nachhaltigkeit
Ja, man mag es erst nicht glauben, aber: Die R-PET Flaschen sind tatsächlich nachhaltiger als Glasflaschen. Das liegt daran, dass der PET-Rohstoff im Recycling wesentlich energieeffizienter ist als Glas. Außerdem hilft es, einem Wertstoff, der viel zu oft in der Verbrennung landet, einem neuen Verwendungszweck zu geben.
vola's Produktpalette beinhaltet zwei unterschiedliche Produktkategorien. Einerseits handelt es sich dabei um Basisöle, abgefüllt in 500ml Flaschen. Diese beinhalten reine Olivenöle und Cuvets (also eine Mischung zweier Ölsorten), die in den praktischen Quetschflaschen abgefüllt werden.
Die andere Produktkategorie wird durch die Würzöle definiert. Durch das eigens entwickelte, einzigartige Spice2Oil-Verfahren, werden die Öle zusätzlich mit natürlichem Geschmack verschiedener Gewürzrichtungen angereichert.
Der Start-Up Markt ist schnell. Sehr schnell.
Einigen von euch wird das Packaging der Marke bestimmt nicht ganz unbekannt sein. Das liegt daran, dass vola für das Packaging eigentlich die amerikanische Marke „Graza“ nach Deutschland holt. Allerdings differenzieren sich die Basisöle von vola in ihrer Auswahl und die Würzöle sind ein bis jetzt einzigartiges Produkt durch das eigens entwickelte Pressverfahren. Sprich: Das Äußere ist identisch, der Inhalt nicht.
Jetzt fragt ihr euch vielleicht? Warum kopieren sie 1:1 das Design des Verpackungs-Pendant aus der USA? Was für uns Designer:innen ein absolute No-Go ist, lässt sich vielleicht mit dem Wettbewerb des Start-Up Markts erklären.
Da zum Zeitpunkt des Idee-Pitches noch drei andere Start-Ups mit der gleichen Idee als direkte Konkurrenz angetreten sind, ging es hier um Schnelligkeit. Ganz nach dem Motto: Wer zuerst kommt, malt zuerst. Also wurde hier bewusst von einer Marke kopiert, die bereits existiert.
Der Copytiger wurde allerdings mit einer sehr kurzen Lebenserwartung geboren: Sobald erste Investor:innen eingestiegen und die Marke eingetragen war, wurde ein Redesign ins Visier genommen.
Eine Aufgabe also: Der Marke ein eigenes Leben einhauen, anstatt die deutsche Version einer bereits existierenden Marke zu sein.
Eine weitere Herausforderung bildet die Verpackung selbst. Im Vergleich zu den Glasflasche vermittelt eine Quetschflasche nämlich alles andere als Hochwertigkeit. Dabei bietet sie in der Genauigkeit der Dosierung eindeutige Vorteile und ist dementsprechend häufig in der professionellen Küche zu finden. Dieses Bild bleibt allerdings eher im verborgenen.
Desweiteren wird das Material der Verpackung im Vergleich zu einer Glasflasche nicht mit Nachhaltigkeit in Verbindung gesetzt. Auch hier handelt es sich um einen Missverständnis, da Glas im Recyclingprozess viel ressourcenaufwendiger ist. Zusätzlich befindet sich das Material PET bereits sehr viel Umlauf und ein Recyclingprozess zur Wiederverwendung bedeutet diesem einen neuem Verwendungszweck zuzuschreiben, anstatt es zu entsorgen.
Betrachtet man die visuelle Hierachie der Inhalte, ist die Botschaft über den Inhalt und der wichtigsten Eigenschaften aktuell sehr zeitintensiv und komplex.
Folgende Hierachie lässt sich durch die visuelle Strukturierung auf dem Etikett im Status Quo festhalten (sortiert von am Prägnantesten zu am Unfauffälligsten):
Zukünftig soll die visuelle Hierachie die Aufnahme von Informationen in folgender Reihenfolge verfolgen:
Da das Produkt sich besonders durch sein Packaging und Design von konventionellen Produkten im Regal des Einzelhandels abhebt, habe ich im weiteren Verlauf des Redesigns einen Ausflug in die Supermärkte meiner Umgebung gemacht. Dabei habe ich die Augen noch Produkten aufgehalten, die innerhalb einer Sparte durch ungewöhnliches Design, oder durch eine ungewöhnliche Verpackung herausstechen.
Daraus resultiert ist folgende Einordnung:
Diese basiert in der x-Achse auf einer Einordnung von
Auf der y-Achse differenziere ich zwischen Produkten, die:
Dabei fällt auf, dass im Durchschnitt weniger Produkte mutig über Packaging und Etikett arbeiten. Im Durchschnitt wird eher über konventionelles Packaging mit auffälligem Design gearbeitet. Da vola in zukünftig eine breitere Zielgruppe ansprechen möchte und bereits durch das Packaging auffällt, soll das Etikett in Aufbau und Optik konventioneller wirken, aber nicht langweiliger. Ziel ist es, einen Ausgleich zwischen Packaging und Etikett zu erzielen.
Um sich von dem aktuellen Copytiger zu lösen, wurden folgende Überlegungen zur Stärkung einer eigenen Identität, aber auch vor der Verbesserung der Haptik und der Lesbarkeit getroffen:
Einen großen Wiedererkennungsfaktor bildet aktuell das farbige Etikett, das mit der Farbe des Deckels übereinstimmt in Kombination mit der Flasche. Um hier die Zuordnung zu Graza zu verringern und das eigene Markenbild zu bilden, soll auf diese Farbfläche zukünftig verzichtet werden. Die Idee ist, direkt auf die Flasche zu drucken, da das Material aktuell mit der Zeit Flecken durch das Öl aufweist. So wird das produkt auf der einen Seite wertiger, auf der anderen differenziert es sich auch deutlicher vom amerikanischen Verpackungs-Pendant.
Wie in der näheren Beleuchtung der ursprünglichen Etiketten festgestellt, war die Art des Produktes und seine Vorteile visuell schwer schnell zu erfassen. Daher wird zukünftig die Produktbezeichnung prominent auf der Flasche gespielt mit der Sortendifferenzierung als subsidiäres Element. Das Logo wird kleiner gespielt und die Wiedererkennung stärker über das Packaging als Quetschflasche sowie der Systematik der Darstellung der Produktbeschreibung kommuniziert.
Alle Produkte haben eines gemeinsam: Sie sind Öle und dazu noch Bio. Diese beiden Eigenschaften sollen sich zukünftig direkt im Namen wiederfinden lassen, sprich: Bio-Würzöl, Bio-Sonnenblumenöl, Bio-Olivenöl.
Daraus leitet sich ein markenindividueller Textsatz ab, der durch eine konsequente Anwendung über alle Produktlinien die visuelle Identität formt.
Die beiden Bezeichnungen „Bio“ und „Öl“ werden jeweils am Anfang und Ende des Begriffs der Sortendifferenzierung („Sonnenblumen“, „Oliven“) gestellt und bilden so eine quadratische Grundform mit Leerräumen. Diese Leerräume werden mit organischen Formen als Intervention gefüllt und sorgen mit Hilfe dieser gestalterischen Regel für Wiedererkennungswert sowie Flexibilität, um das Prinzip auf unterschiedliche Sorten und Inhalte anzuwenden.
Der Grundaufbau des Etiketts wurde rationalisiert und besteht zukünftig aus:
Für den Fliesstext wird nun die Helvetica verwendet, da diese eine gängige Schrift in der Lebensmittelindustrie ist, die den Konventionen verschiedener Prüfungsämter entspricht. Um den falschen Eindruck von Wertlosigkeit auszugleichen, wird die Agerola präsenter als Displayfont eingesetzt und bildet zukünftig im Zusammenspiel mit Produktbezeichnung und Logo ein visuelles Fundament der Markenidentität.
Auf die Illustration wird zukünftig vollständig verzichtet. Grund dafür ist die Stärkung der Seriösität, um die außergewöhnliche, lustig anmutende Flasche auszugleichen. Diese werden durch das visuelle System der Produktbezeichnung ausgetauscht und dadurch zusätzlich mit Inhalt angereichert.