In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
Im Kurs „Human-Robot Interaction in Social Robotics“ setzten wir uns mit der Entwicklung und Erforschung sozialer Roboter auseinander. Der Schwerpunkt lag auf der Analyse verschiedener Aspekte der Mensch-Roboter-Interaktion, insbesondere in technologischer, gestalterischer und ethischer Hinsicht.
Die erste Aufgabe war es, ein Paper unserer Wahl zu analysieren und im Kurs zu präsentieren. Wir wählten hierfür das Paper „Did I tell you my new therapist is a robot?“ von Eduard Fosch Villaronga, Aurelia Tamò-Larrieux und Christoph Lutz aus.
Das Paper untersucht die ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen (ELS) Herausforderungen beim Einsatz sozialer Roboter im Gesundheitswesen. Es basiert auf Erkenntnissen aus vier internationalen Workshops (2015–2017) mit Experten aus dem Bereich und thematisiert insbesondere die Mensch-Roboter-Interaktion. Dabei werden sowohl die Perspektiven der Patienten (z. B. Datenschutz, Autonomie, Dehumanisierung) als auch die der Beschäftigten (z. B. potenzielle Verdrängung von Pflegekräften) beleuchtet. Zudem werden Lösungsvorschläge zur Minimierung dieser Risiken vorgestellt. Das Paper argumentiert, dass allgemeine Robotik- und KI-Richtlinien ohne Berücksichtigung des spezifischen Anwendungsbereichs ineffektiv sein können und liefert sektorspezifische Impulse für die aktuelle politische und interdisziplinäre Forschung.
Im Verlauf des Kurses haben wir uns intensiv mit Furhat auseinandergesetzt und verschiedene Methoden zur Steuerung und Programmierung des Roboters erlernt.
Das Furhat Dashboard ist die zentrale Benutzeroberfläche zur Steuerung des Roboters. In der Home-Ansicht lassen sich folgende Hauptfunktionen steuern:
• Systemstatus: Überblick über den aktuellen Zustand des Roboters.
• Gesichts- und Stimmsteuerung: Anpassung von Mimik, Stimme und Ausdruck.
• Dialoge & Skills: Verwaltung von Gesprächen und Interaktionen.
• Live-Interaktion: Testen von Reaktionen in Echtzeit.
Als Einstieg arbeiteten wir mit Blockly, einer grafischen Drag-and-Drop-Programmierumgebung. Mit Blockly konnten wir erste interaktive Szenarien erstellen, ohne tiefgehende Programmierkenntnisse zu benötigen. Die visuelle Programmierung ermöglichte es, Abläufe und logische Strukturen zu definieren, um den Roboter auf einfache Weise zu steuern.
Nach den ersten Übungen versuchten wir, das Furhat SDK einzusetzen, um den Roboter gezielt zu programmieren. Dies hätte eine tiefere Anpassung des Verhaltens ermöglicht, einschließlich der Sprachverarbeitung, Gestik und individueller Dialogführung. Allerdings stellten wir fest, dass die Programmierung komplexer war als erwartet, weshalb wir uns entschieden, das SDK nicht für das spätere Projekt zu nutzen.
Um unsere Szenarien und Skripte zu testen, nutzten wir den Virtual Furhat. Dies ist eine Software-Simulation des Furhat-Roboters, die es ermöglicht, die erstellten Dialoge und Interaktionen direkt auf dem Computer zu testen – ohne den physischen Roboter. Dadurch konnten wir schneller Anpassungen vornehmen und unser Szenario optimieren, bevor wir es auf den echten Furhat übertrugen.
Eine weitere Übung war es eine Flowchart zu erstellen. Flowcharts ermöglichen eine visuelle Darstellung des Interaktionsablaufs, einschließlich Entscheidungspunkten sowie der Aktionen und Reaktionen des Roboters.
Für das Projekt wurde ein ungeduldiger, hektischer Servicemitarbeiter als interaktiver Charakter konzipiert. Dieser 40-jährige Angestellte eines Fast-Food-Restaurants ist überzeugt, dass er besser weiß, was Kunden wollen, als sie selbst. Sein oberstes Ziel ist es, Bestellungen so schnell wie möglich abzuwickeln, um eine maximale Anzahl an Kunden zu bedienen. Dabei zeigt er eine direkte, teils fordernde Kommunikation und reagiert mit Ungeduld, wenn Kunden zögern oder zu lange überlegen.
Der Charakter nutzt eine Kombination aus schneller Sprache, kurzen Antworten und auffälligen nonverbalen Signalen, um seine Persönlichkeit zu vermitteln. Dazu gehören:
• Schnelle, abgehackte Sprachmuster mit genervtem Unterton.
• Ungeduldige Gesten, wie das Tippen auf den Tresen oder genervtes Kopfschütteln.
• Druckaufbau durch Zeitlimits, z. B. indem er die Bestellung nach einer kurzen Pause abbrechen will.
Das Projekt untersucht, wie Nutzer auf einen ungeduldigen Servicemitarbeiter reagieren und ob sie sich durch die Hast des Roboters unter Druck gesetzt fühlen. Die Kernfrage ist, ob eine herausfordernde Interaktion die Effizienz von Bestellprozessen beeinflussen kann und welche emotionalen Reaktionen sie auslöst.
Der Kurs hat uns gezeigt, wie anspruchsvoll die Entwicklung von interaktiven Robotern ist – sowohl in technischer als auch in gestalterischer Hinsicht. Während Blockly einen guten Einstieg bot, wurde deutlich, dass für komplexere Interaktionen fundierte Programmierkenntnisse und ein tiefgehendes Verständnis der Funktionsweise von Furhat notwendig sind.
Auch wenn wir mit der Programmierung nicht so weit gekommen sind, wie wir es uns erhofft hatten, war die Erfahrung dennoch lehrreich. Wir konnten testen, wie sich unterschiedliche Persönlichkeiten auf die Nutzerinteraktion auswirken, und erlebten, welche Herausforderungen es gibt, einem Roboter eine überzeugende und funktionale Kommunikation zu verleihen.
Insgesamt nehmen wir aus dem Kurs mit, dass interaktive Systeme eine spannende, aber auch komplexe Disziplin sind, die technisches Wissen, Kreativität und Experimentierfreude erfordert. Trotz der Herausforderungen konnten wir wertvolle Erkenntnisse sammeln und sehen die Arbeit mit sozialen Robotern nun aus einer neuen Perspektive.