Claim the Wall

Als Einstieg in das Thema Plakatgestaltung hatten wir einen Workshop bei Sascia Reibel vom Short Notice Studio. In zwei Kurseinheiten haben wir verschiedene Übungen gemacht, bei denen wir zeitlich stark begrenzt waren und mit nur wenigen Elementen ein Plakat gestalten sollten.

Die Übungen haben mir sehr viel Spaß gemacht, weil sie die Angst vor dem weißen Blatt genommen haben. Durch den Zeitdruck war man gezwungen, schnell Entscheidungen zu treffen und spontan mit Elementen und Komposition zu arbeiten, anstatt alles zu zerdenken.

Zum Schluss haben wir aus der Vielzahl der entstandenen Plakate zwei Entwürfe ausgewählt und diese weiter ausgearbeitet.

Sascia war für mich sehr inspirierend, sowohl durch ihre Art, Kritik zu geben, als auch durch ihre gestalterischen Ansichten und Herangehensweisen. Der Workshop war für mich eine absolute Bereicherung und ein sehr gelungener Einstieg in das Thema Plakatgestaltung.

Entwurfsphase

Mir war von Anfang an klar, dass ich mit analogen Elementen arbeiten und diese in mein Plakat integrieren möchte. Dafür habe ich mich zunächst mit verschiedenen Gegenständen an der FH auseinandergesetzt und dabei die Handschuhe entdeckt. Ihr rustikaler, texturreicher Look hat mich sofort angesprochen und ich wusste, dass ich mit ihnen arbeiten möchte.

Eine weitere Idee war, die Nähmaschine als gestalterisches Element einzusetzen. Allerdings hat sich das Nähen auf Papier als sehr aufwendig herausgestellt. Schon bei den ersten Versuchen sind unzählige Nadeln gebrochen, weshalb ich mich letztendlich für das Konzept mit den Handschuhen entschieden habe.

Und dann fing der Horror an. Mein Konzept stand und mit den ersten Entwürfen war ich eigentlich auch relativ zufrieden. Trotzdem hat sich der Gedanke in meinem Kopf festgesetzt, dass das noch nicht alles gewesen sein konnte. Ich war überzeugt, dass es noch weitere gestalterische und kompositorische Möglichkeiten geben musste.

Also habe ich angefangen, unzählige weitere Entwürfe zu machen und mich dabei völlig in meiner Gestaltung verrannt. Irgendwann wurde ich regelrecht blind für meine eigene Arbeit und konnte nicht mehr richtig einschätzen, was optisch funktioniert und was nicht. Die regelmäßigen Feedbackrunden im Kurs waren zwar hilfreich, haben mich gleichzeitig aber auch zusätzlich verunsichert. Dadurch war ich bis kurz vor Ende des Semesters mit meinem Ergebnis überhaupt nicht zufrieden und wusste ehrlich gesagt nicht mehr weiter.

Mir ist es noch nie passiert, dass mir ein Projekt so viel Energie, Zeit und auch die Freude am Gestalten genommen hat.

Letztendlich bin ich – nach mehreren eindringlichen Hinweisen – wieder zu meinem ersten Entwurf zurückgekehrt und habe diesen weiter ausgearbeitet. Im Nachhinein war das die richtige Entscheidung.

Plakat

Nachdem das Plakat fertig war, galt es nur noch, das Konzept auf weitere Medien zu übertragen. Das ließ sich mit den Handschuhen und den darauf platzierten Buchstaben gut und sinnvoll umsetzen, sodass ein stimmiges Gesamtkonzept entstanden ist.

Partyplakat

Raumplan

Fassade

Animation

Dank des tollen Animationsworkshops mit Lewin Harnisch, in dem wir an die Grundlagen von After Effects herangeführt wurden, konnte ich mit einfachen Mitteln meine Handschuhe zum Wackeln und Herumfliegen bringen. So konnte ich mein Gestaltungskonzept auch in einer animierten Form weiterdenken und umsetzen.

Im Nachhinein hätte ich gerne noch etwas mehr mit Animation experimentiert, um sicherer im Umgang mit diesem Medium und mit After Effects zu werden.

Fazit

Als Fazit zu dem Kurs kann ich nur sagen, dass ich sehr froh bin, dieses Projekt abgeschlossen zu haben. Der Arbeitsprozess war alles andere als einfach, aber ich habe dabei sehr viel gelernt. Vor allem habe ich gemerkt, dass manchmal weniger einfach mehr ist und dass es völlig in Ordnung ist, wenn der erste Entwurf bereits der richtige ist – und nicht erst der dreihundertste.

Die Workshops mit Sascia und Lewin waren auf jeden Fall sehr lehrreich und inspirierend. Sie haben mir bei diesem Projekt sehr geholfen und ich bin mir sicher, dass ich vieles davon auch in zukünftigen Projekten anwenden kann.

Mein Endergebnis habe ich mittlerweile angenommen und akzeptiert und blicke nicht mehr mit so großer Abneigung darauf zurück. Insgesamt war der Kurs sehr aufschlussreich und ich würde ihn jederzeit weiterempfehlen.