Einstieg und Recherche
In der Anfangsphase des Kurses haben wir von Susanne und Christina Input zu der Geschichte und Entstehung von Schrift und antiken/verloren gegangenen Schriftsystemen erhalten. Außerdem haben wir Beispiele von vergangenen Projekten anderer Studierender und Referenzen aus der Designgeschichte gezeigt bekommen um eine Grundlage an Inspiration und Orientierung für unsere eigenen Projekte zu haben.
In der nächsten Phase hat jeder zu einem ausgewählten Schriftsystem recherchiert und dann am nächsten Termin den anderen vorgestellt. Die recherchierten Systeme wurden dann in einem Material Archiv zusammengeführt, welches Ausgangspunkt für die Projekte sein sollte.
Hier habe ich zu dem Kryptogramm von La Buse recherchiert. Eine Geschichte eines französischen Piraten aus dem 18. Jh. Der einen verschlüsselten Zettel über den Aufenthalt seines Schatzes geschrieben haben soll.
Workshops
Als Inspirationsanstoß und Übung gab es innerhalb des Kurses zwei Workshops. Im ersten Workshop wurde der Kurs in Team Sans und Team Serif eingeteilt. Die Studierenden sollten gemeinsam innerhalb ihres Teams alle Buchstaben und Zeichen eines Alphabets innerhalb von Illustrator bauen, sodass man am Ende ein gemeinsam gestaltetes Alphabet hat. Dabei sollte eine Gruppe Zeichen mit Serifen und eine ohne Serifen erstellen.
Im zweiten Workshop: Sticky Systems haben die zwei Grafikdesignerinnen Tessa und Fanny ihren Modularen Stickerbogen mitgebracht. Hierbei wurden uns mehrere Kleine Aufgaben gestellt in denen wir in unterschiedlichsten Formen Buchstaben und Zeichen erstellen sollten oder zum Beispiel den Stil der Buchstaben anderer Studierender nachahmen sollten.
Zum Abschluss sollte jeder Studierende eine eine mit seinen Lieblingszeichen erstellen und 4 ausgewählte Student:innen haben dann aus den Ergebnissen eine Publikation gedruckt.
Konzeptfindung
Anfangs war die Überlegung mit einem meiner Kommilitonen zusammen zu arbeiten, jedoch habe ich dann schnell für mich entschloßen, dass ich am Ende ein eigenes Projekt in der Hand haben wollte.
Meine erste Idee bildete sich dann aus meinem Interesse für TouchDesigner, zuvor habe ich damit schon einmal ein Projekt gemacht und wollte unbedingt tiefer einsteigen.
Außerdem hab eich ein neues Programm entdeckt: Sonic PI, bei dem man anhand von Code Musik, vor allem Beats erzeugen kann.
Anfangs wollte ich diese Programme beide nutzen.
Ich wollte einmal Musik als universelle Sprache zum Thema machen und dann noch Verschlüsselung von Text in verschiedene Parameter in TouchDesigner, die wiederum immer andere Bilder erzeugen, je nach eingegebenem Text. Schnell ist mir dann wieder die Komplexität von TouchDesigner bewusst geworden und ich habe diese Idee verworfen.
Die nächste Idee war dann schon eine Interaktive Website, verbunden mit Sonic PI.
Zuerst sollte es einfach nur darum gehen, einen Text einzugeben, dieser wird dann in Binärcode übersetz, welcher wiederum durch Sonic Pi in einen Beat übersetzt wird und dann abgespielt wird. Das erschien mir dann aber zu einfach.
Ich kam dann auch zurück zu den ursprünglich recherchierten Schriftzeichen und Alphabeten und wollte diese mit dem Konzept verbinden. Somit ergab sich schon der Aufbau den mein finales Konzept hat.
Links sollte es also ein Archiv mit verschiedenen Zeichen geben und rechts ein “Drawing Panel”, bei dem man in einem Raster Formen bauen kann. Beim einloggen sollten die Kästchen dann abgelesen werden, sodass ein Beat entsteht, der das gemalte Zeichen repräsentiert.
Finales Projekt
Finales Konzept:
Meine Website ist sowohl ein Archiv antiker Schriftsysteme und deren Hintergrund, als auch Inspirationsquelle für ein neues Open Source Alphabet.
Bestehend aus zwei Feldern, links das Archiv mit 3 ausgewählten Alphabeten und daraus jeweils 8 Zeichen. Man kann sich durch diese klicken und durch einen “Info”-Button unten über die Zeichensysteme informieren. Ausgehend von diesen kann man dann im Feld rechts aus einzelnen Bruchstücken der Zeichen den oben angezeigten Buchstaben nachbauen. Nach dem fertigstellen wird dieser durch den “Fertig”-Button unten eingeloggt. Es erscheint ein Feld mit deinem Buchstaben, Nummer des Beitrags, Datum und Uhrzeit und der Möglichkeit diesen zu downloaden. Außerdem lässt sich von der Mainpage aus, ein Archiv mit den Buchstaben die andere Teilnehmer:innen erstellt haben aufrufen.
HIER GEHTS ZUR WEBSITE:
Gestaltung:
Ich habe mich schon zuvor einmal mit Coding beschäftigt und kannte mich ein wenig mit den Grundlagen aus, wollte aber noch einmal tiefer einsteigen. Als Medium ist ein Webtool außerdem modern, für jeden zugänglich und zukünftig eventuell erweiterbar.
Mit meinem Anfangs groben finalen Konzept habe ich einfach angefangen zu coden, mit Hilfe von ChatGpt Pro, was im Nachhinein nicht die richtige Wahl an KI-Tool war. Dadurch das ich damit angefangen habe die Funktion der Website zu coden, bevor ich mir Gedanken um die Gestaltung gemacht hatte, ergab sich automatisch ein sehr einfacher Stil. Das hat mir aber gefallen und erschien mir intuitiv und passend für mein Projekt, ich habe also angefangen diesen Stil bewusst beizubehalten und auszubauen.
Irgendwann entschied ich mich dann aber zwei kontrastreiche Farben einzubauen: Neongrün als Hintergrund, Neonpink für die Buttons und Hinweise, Schwarz für die Schrift und Konturen und weiß für die Arbeitsflächen.
Das Layout und der Stil waren am Ende dann geprägt durch sichtbare, klassische Werkzeuge.
Retro, spielerisch und interaktiv, bunt und auffällig: erinnernd an Computerspiele der 90er und frühe Browserinterfaces.
Außerdem alles eher experimentell als kommerziell.
Für die Ausstellung habe ich aus einzelnen Schriftzeichen der antiken Alphabete noch Sticker zum mitnehmen gemacht.
Learnings und Aussichten
Learnings:
Mir ist aufgefallen, das die Besucher:innen oft nicht genau den Buchstaben nachgebaut haben, der eigentlich oben angegeben war, es schien also nicht ganz klar/intuitiv zu seien dass die eigentliche Idee war, die Buchstabe des Alphabets nachzubauen.
Beim Aufbau für die Werkschau gab es einige Komplikationen, da ich bis dahin auf meinem Mac Air gearbeitet hatte. Somit verschoben sich die Felder und die Größen stimmten verhältnismäßig nicht. Ich hätte zuvor im Code festlegen müssen, dass sich alles Verhältnismäßig je nach große des Bildschirms anpasst.
Generell werde ich in Zukunft einen geplanteren, gezielteren Gestaltungsprozess anstreben. Erst Skizzen und Gedanken und Ideen zur Gestaltung, Recherche und geordnete Arbeitsfläche: richtiges Coding Programm, Datei und Ordner auf dem Laptop und ganz am Ende das Coden.
Ich habe außerdem auf jeden Fall Gefallen daran gefunden ein eigenes Webtool zu bauen und bei meiner Recherche weitere Tools gefunden, die ich in Zukunft benutzen werde.
Aussichten im Bezug auf mein Projekt:
Die Seite kann natürlich in Zukunft nach belieben noch ausgebaut werden, zum Beispiel hat mir das Archiv und die Infotexte über die Alphabete noch nicht so gefallen, sie standen nicht so im Vordergrund, wie die Zeichenbaufläche selbst. Ich würde sie gerne noch interessanter und zugänglicher gestalten. Außerdem gelingt es mit vielleicht noch die Seite ein bisschen von diesem “selbst gebauten”, sehr simplen Stil abzuheben, auch wenn das natürlich anfangs auch teil des Konzeptes selbst war.
Rückblickend habe ich mir nochmal angeschaut welche Techniken und Visualisierungen ich gerne benutzen wollte und ich habe alle irgendwie in meinem Projekt umgesetzt.
- Lasercutten, Schrift/- Zeichenelemente als 2D formen
- Ausstellung/Installation -> gerne Interaktiv (Schatzsuche)
- etwas spielerische