das projekt

steckerleisten gehören zu den unscheinbarsten gegenständen unseres alltags. sie werden ausschließlich über ihre funktion wahrgenommen und finden im verborgenen statt.

das potsdamer steckfeld stellt diese selbstverständlichkeit infrage. die vertraute form einer handelsüblichen steckerleiste wird aus hochgebrannter, glasierter keramik gefertigt und erhält dadurch eine neue materialität und wertigkeit. der schalter bleibt als bekanntes formelement erhalten.

angelehnt an die beständigkeit und wertschätzung von porzellan überträgt das projekt diese eigenschaften auf einen alltäglichen gebrauchsgegenstand.

das potsdamer steckfeld verändert nicht die funktion der steckerleiste, sondern ihre wahrnehmung. es versteht sich als objekt zwischen gebrauchsgegenstand und skulptureller aussage.

das problem

ausgangspunkt war die beobachtung, dass elektronische produkte zunehmend als austauschbare konsumgüter verstanden werden. möglichst günstige produktion, kurze produktzyklen und technische neuerungen führen dazu, dass geräte immer schneller ersetzt werden. gleichzeitig nimmt die wertschätzung gegenüber vielen alltagsgegenständen ab. in deutschland entstehen dadurch pro kopf jährlich rund 11 kilogramm elektroschrott.

vor diesem hintergrund entstand die frage, was passiert, wenn ein gewöhnlicher gebrauchsgegenstand nicht ausschließlich über seine funktion definiert wird, sondern als wertiges objekt wahrgenommen werden kann. ziel des projekts war es daher nicht, die steckerleiste technisch neu zu entwickeln, sondern ihre bedeutung durch gestaltung und materialität zu verändern.

die form und das material

die form orientiert sich bewusst an einer handelsüblichen mehrfachsteckerleiste. erst das material verändert die wahrnehmung des vertrauten objekts. anstelle des üblichen spritzgusskunststoffs besteht das potsdamer steckfeld aus hochgebrannter, glasierter keramik. der schalter bleibt als bekanntes formelement erhalten, besitzt jedoch keine funktion. dadurch wird die vertraute form beibehalten, während die gestalterische aussage in den vordergrund rückt.

keramik steht seit jahrhunderten für beständigkeit, handwerk und wertigkeit. insbesondere porzellan gilt als material, das über generationen hinweg erhalten und weitergegeben wird. daher auch die weiße farbgebung, um diese charakteristik besonders zu unterstreichen. diese eigenschaften werden auf einen gegenstand übertragen, der normalerweise verborgen bleibt und ausschließlich als funktionales hilfsmittel wahrgenommen wird.

die produktion

die herstellung des potsdamer steckfelds begann mit einem etwa zehn prozent vergrößerten 3d-modell. die vergrößerung dient dazu, die materialbedingte schrumpfung der keramik während des brandes auszugleichen. das modell wurde anschließend im 3d-druck gefertigt und als positivform für die weitere herstellung verwendet.

auf basis dieses positivs entstand eine zweiteilige gipsform, die als negativform für den gießprozess dient. mithilfe dieser form wurden die einzelnen körper aus gießmasse hergestellt. nach dem trocknen erfolgte der schrühbrand, anschließend wurden die bauteile weiß glasiert und ein zweites mal gebrannt.

nach dem keramischen fertigungsprozess wird die elektrische technik in die steckerleiste eingesetzt. den abschluss bildet eine aluminiumplatte, die mit zwei schrauben befestigt wird. sie ermöglicht einen einfachen zugang zum innenleben und sorgt dafür, dass die elektrischen komponenten bei bedarf ausgetauscht oder repariert werden können.

der name

der name „potsdamer steckfeld“ orientiert sich bewusst an der traditionsreichen benennung deutscher manufakturen, wie beispielsweise der königlichen porzellan-manufaktur berlin. er soll die regionale herstellung hervorheben und den eindruck einer etablierten, handwerklich geprägten marke vermitteln. der zusatz „made in potsdam, germany“ unterstreicht den lokalen bezug sowie den anspruch an qualität und handwerkliche fertigung.

das logo greift die form einer steckdose auf. zwei reduzierte punkte genügen, um diese assoziation herzustellen und bilden gleichzeitig ein zurückhaltendes, prägnantes markenzeichen.

das gesamte branding folgt einem bewusst reduzierten gestaltungsansatz. klare typografie, zurückhaltende grafische elemente und der verzicht auf dekorative akzente verleihen dem projekt eine hochwertige und zeitlose anmutung. anstelle auffälliger werbung stehen materialität, handwerk und eine klare gestalterische aussage im vordergrund.

auch das packaging folgt dieser gestaltungshaltung. schlichte materialien und eine reduzierte ausführung lenken den fokus auf das objekt selbst und unterstützen den anspruch, das potsdamer steckfeld als langlebiges designobjekt und nicht als gewöhnliches elektroprodukt wahrzunehmen.