Abstract Deutsch: Moos - Trägerin des ökologischen Gedächtnis - Multisensorische Lernräume für kollektive Wissensprozesse zu Biodiversitätsverlust

Stell dir vor, du trittst in einen Raum, berührst das Moos und erfährst Geschichten von 100 Jahren lokaler Umweltzerstörung und Biodiversitätsverlust. Das Moos erzählt davon, wie die ökologische Nachbar*innenschaft immer homogener geworden ist, weil viele mit den lokalen Umständen und giftigen Rückständen nicht mehr zurecht kamen.

Teil der Geschichten sind Erfahrungen verbunden mit Modernisierungsdruck, Versiegelung von Flächen und zunehmenden Ökozid. Und wie sich das Moos dennoch immer wieder an die Arbeit macht, vergiftete Böden zu regenerieren. 

Im Rahmen der hier vorliegenden Arbeit wurden multisensorische Rauminstallationen erprobt, die Wissensvermittlung und Wissensaustausch zur Geschichte und Gegenwart von Biodiversitätsverlust anregen und lokale Handlungsmöglichkeiten diskutieren. Dabei steht das Moos als lokale Träger*in der Erinnerung und Akteur ungesehener Carearbeit für die Renaturierung von Böden im Mittelpunkt. Gleichzeitig werden auch die Besuchenden nach ihren Erinnerungen zu Veränderungen und Erfahrungen mit lokalen Ökosystemen gefragt, sodass die Arbeit als wandernde Installation ein wachsendes Archiv der Erinnerung und Forderungen für Klimagerechtigkeit wird. 

Die Arbeit zielt darauf ab, multisensorische Lernformen durch Haptik, Klangwelten, Storytelling und lokale Erinnerungen zu stimulieren und andere Formate der Wissensvermittlung zu erproben.

Abstract English: Moos. Carrier of ecological memories - multisensory learning spaces for collective knowledge processes on biodiversity loss.

Imagine stepping into a room, touching the moss, and learning stories about ~100 years of local environmental destruction and loss of biodiversity. The moss tells of how the ecological neighborhood has become increasingly homogeneous because many could no longer cope with the local circumstances and toxic residues.

Part of these stories are experiences associated with the pressure to modernize, the sealing of surfaces, and increasing ecocide. And how the moss, nevertheless, repeatedly sets to work regenerating poisoned soils.

Within the framework of this thesis, multisensory spatial installations were tested to stimulate knowledge transfer and exchange on the history and present of biodiversity loss, and to discuss local possibilities for action. Here, the moss takes center stage as a local bearer of memory and an agent of unseen care work for soil restoration. At the same time, visitors are asked about their own memories of changes and experiences with local ecosystems, so that the project—as a traveling installation—becomes a growing archive of memories and demands for climate justice.

The work aims to stimulate multisensory forms of learning through touch, soundscapes, storytelling, and local memories, and to test alternative formats for science communication.

Die Arbeit unterteilt sich in inhaltich in 4 Abschnitte

1 Moose

2 Ökologisches Gedächtnis

3 Brachen

4 Zarte Begegnungen für andere Formen von Lernen

Dabei wird der realtionale Forschungsprozess in seiner zeitlichen Abfolge nachvollzogen und zeichnet die Konzeptentstehung, theoretische Verortung und praktische Umsetzung nach.

Die Arbeit folgt der Methodik der relationalen Designforschung, in der die Annäherung an die Arbeit mit einem lebenden Moos-Interface im Mittelpunkt steht.

Das Begleitheft der zweiten Iteration des multisensorischen Lernraums „Moss: Carrier of ecological memories“ im Rahmen des Symposium „(un)learning Urabnity“ an der Floating University, gibt einen guten Überblick über die theoretischen Bezüge der Arbeit: