(Übung 1: Vorstellung des Jacobin Magazin)

Die deutschsprachige Ausgabe von Jacobin erscheint seit Mai 2020 vierteljährlich im Berliner Brumaire-Verlag.

Inhaltlich behandelt das Magazin Politik, Wirtschaft und Kultur aus dezidiert sozialistischer Perspektive. Der Hauptteil enthält Texte verschiedener Autoren zu aktuellen Themen, wobei jeder Beitrag durch eine eigenständige visuelle Ausarbeitung – mit Fotos oder Illustrationen – begleitet wird.

Daneben gibt es feste Rubriken: die Internationale, die wenig repräsentierte Themen aus dem internationalen Raum in den Mittelpunkt stellt; den Kulturpalast als Feuilletonteil des Heftes, und darin enthalten die Verkürzte Kritik, die aktuelle Publikationen in kurzen Texten bespricht. Eine besondere Rubrik ist das Horoskop, das im Schema eines klassischen Horoskops komprimierte Wissensartefakte teilt.

Die Ausgabe Jacobin N°19 wurde mit dem German Design Award Gold in der Kategorie „Excellent Communications Design„ ausgezeichnet. Seitdem hat sich die Visual Identity weiterentwickelt: Das Studio Tsto hat gemeinsam mit der Type Foundry Schick Toikka das Erscheinungsbild dynamisiert, wobei der grundlegende Layoutaufbau erhalten blieb. Diese Überarbeitung war bereits seit 2022 in der englischsprachigen Ausgabe eingeführt und wurde 2025 auch für die deutsche Ausgabe übernommen.

Layout

Das Magazin arbeitet mit einem  Spaltenschema, dass eine sehr Vielseitige Textsetzung erlaubt. So können Textabschnitte mittig oder symmetrisch in das Format gesetzt werden oder man kann asymmetrisch und mit verschiedenen Spaltenbreiten zu arbeiten.

Die Textspalten sind dabei durch Linien abgegrenzt, die eine ruhige Leseatmosphäre bewahren. Dies ist besonders wichtig, da auf den Doppelseiten typografisch hervorgehobene Zitate platziert werden, die beim Durchblättern Lust machen, den gesamten Text zu lesen. Zusätzlich unterstützen zentriert gesetzte Unterüberschriften die Strukturierung der Beiträge.

Texthierarchien

Mir gefällt außerdem sehr gut wie stark sich Überschriften von Unterüberschriften und ausgewiesenen Zitate durch die typografische Gewichtung voneinander absetzen. Durch die auffallend großen Majuskeln werden diese zudem eher zum grafischen Element und konkurrieren nicht mit den Überschriften.

Weißraum

Im Magazin fällt mir außerdem auf wie sehr genügen Weißraum die Seitenkomposition unterstützt.


Kennzeichnung von Abschnitten und Rubriken

Trennung der Abschnitte durch verschieden farbige Hintergründe

Gleichbleibendes Deckblatt der Rubriken Kulturpalast und Die Internationale

Bilder und Illustrationen

Umgang mit Bildern in der Rubrik Verkürzte Kritik

Hier fällt auf wie durch eine stimmige, sehr einfache Bearbeitung von Bildern unterschiedlicher Qualität im Zusammenhang mit der restlichen Gestaltung der Doppelseite ein stimmiges Bild entstehen kann.

Einfache Collage mit Filmausschnitten

Benutzung von Midjourney als illustratives Tool

Johanna Goldman schafft es durch bewusstes Prompting den Text passend mit KI-generierten Bildern zu illustrieren, die verschwimmenden Bildränder helfen dabei die Herstellungsweise der Bilder zu markieren.

Übung 2: Neue Rubriken

Opas/Omas Knappe Kassen Küche

Unsere Großeltern waren Meister des kosten sparenden Kochens, das geschickte hantieren mit billigen Zutaten, die in großen Mengen gekauft werden und Resteverwertung ist dabei der Schlüssel. In dieser Rubrik werden Rezepte vorgestellt, die gut schmecken, nicht viel Kosten und im besten Fall einen “Ratatouille-Moment” auslösen. Sei es Omas leckerer Kalter Hund oder Opas Kushari Rezept. Die Rezepte können die Lesenden zusammen mit Bildern aus ihrer Kindheit oder einer kurzen Anekdote einsenden. Neben dem Rezept selbst werden die Kosten pro Portion und hilfreiche Spar-Tipps abgedruckt.

Kiekste, Staunste, kannste selber…

Eine hilfreicher DIY-Seite auf der Berliner Hand- und Heimwerker ihr Wissen weitergeben. Wie oft werden zB. Schlüsseldienste gerufen um ein simples Schloss auszutauschen oder Klempner müssen einen voll gestopften Siphon reinigen. Und wie schließe ich eigentlich meine neue Ikea Lampe an.

Anders als im Internet werden die Tutorials in einfacher Sprache abgedruckt und mit Step für Step Bildern begleitet. Außerdem wird erklärt welche Werkzeuge benötigt werden und Orte porträtiert die solche zum Ausleihen anbieten.

Abgebummelt

Jede Ausgabe wird eine Sozialleistung vorgestellt, von der viele nicht wissen, das es sie gibt. Sozialarbeiter erklären, wer einen Anspruch haben könnte, wie und wo man einen Antrag stellt und verweisen auf weitere Beratungsangebote zu dem Thema.

Janz schön Knifflig

Eine Rätselseite - aber mit lokalem Bezug. In jeder Ausgabe gibt es Rätsel zu einem neuen Kiez.

Hauptelemente ist ein Foto eines Ortes in Berlin. Wer als erstes rausfindet welcher Kiez abgebildet ist, bekommt die nächste Straßenfeger Ausgabe umsonst. Dies kann auch gut mit Social Media verbunden werden.

Zusätzlich gibt es Ratefragen mit Fakten zum Kiez: Z.B Wie viele Tauben leben an diesem Platz. Welcher dieser 3 historischen Ereignisse hat in diesem Kiez stattgefunden.

Und es werden Graphen abgebildet bei denen man erraten kann was sie darstellen. Ein massiv fallender Graph könnte entweder die Beliebtheit des örtlichen SPD Abgeordneten, die Frequenz der Eckkneipen oder die Anzahl funktionierender öffentlicher Toiletten darstellen.

Übung 3: Visuelles Konzept, Schwerpunkte und Inspo

Zielgruppe

Als Zielgruppe haben wir unnormale Berliner*innen ausgesucht: gering-bezahlt, von der Inflations- und Wohnungskrise betroffen und trotzdem urban und Lifestyle interessiert.

Ausrichtung

Dafür wollen wir das Magazin thematisch leichter, und dadurch zugänglicher gestalten. Dazu soll auch ein abwechslungsreicheres Layout und vielfältigere Typografie beitragen. Generell soll die Visualität lockerer, emotionaler, aufgeweckter und damit weniger statisch wirken.

Typo

Wir wollten der bestehenden Font Faro eine leichtere und luftiger wirkende Schrift entgegensetzen und haben uns so auf die Suche nach einer Serifen Schrift gemacht.

Wir haben uns dann für die Totentanz von Bureau Brut. Beim Ausprobieren von Cover Gestaltungen hat uns die Idee sehr gut gefallen die drei Schriftschnitte Regular, Backslanted und Slanted zu mischen und geoutlined zusammenzuschieben.

Erster Cover Entwurf

Mit dieser Typo Idee haben wir einen ersten Cover Entwurf gemacht, für den wir ein Foto mit Bewegungsunschärfe bearbeitet haben, um das Subjekt hervorzuheben und das Cover dynamischer zu gestalten.

Illusion und Fotos

Neben der Bewegungsunschärfe haben wir uns auch vorgenommen Bilder und Illustrationen miteinander zu verbinden und dafür Inspiration gesammelt.

Rubriken

Diese Ideen haben wir nun in ersten Entwürfen auf einige unserer Rubriken angewandt.

Außerdem haben wir weitere Rubrikideen gesammelt:

jefegt! - Strassenstillebenbingo

knappe kasse küche - Kochideensammlung

kiekste staunste kannste selbst - Hilfe zur materiellen Selbsthilfe

wer verkoft dat denn? - gepimptes Verkäufer*nnen Profil

famose fleckchen - Sammlung von Eindrücken eines Orts in Berlin, kuratiert von Obdachlosen

Infografik-Rubrik: Banal oder Skandal?

keen groschn- Eintritt frei

Elfriede muckt uff

Leitartikel und Interviews

Zwischenpräsentation

Mit diesem Konzept sind wir in die Zwischenpräsentation gegangen. Um unsere Ideen umzusetzen erstellten wir uns erstmal ein Spaltensystem und legten eine neue Fließtextschriftgröße fest. Wir haben diese im Vergleich zum Ausgangsmagazin deutlich verkleinert. Die 9pt Schrift lässt die Seite deutlich größer wirken und erlaubt ein zweispaltiges Blocksatz Layout mit Marginalspalte. So wollten wir den ursprünglichen Zweispalten Look modernisieren, und mehr Platz für die typografische Komposition und genügend Weißraum schaffen. Gerade die thematischen Texte bekamen einen sehr geordneten Look der die verspielten Elemente des Magazins gut ergänzt. Sophie erstellte außerdem Illustrationen.

Zur Zeit der Zwischenpräsentation haben wir noch versucht die Faro-Überschriften in weiß mit schwarzen Outlines durch manuelles Schrägstellen und verzerrten der Buchstaben an die Totentanz anzupassen.

Feedback

Das Feedback fiel sehr gut aus, vor Allem für unser generelles Konzept, die Illustrationen und das Layoutsystem. Allerdings hat Lisa uns angeraten die Faro unverändert als Überschrift zu verwenden, um der Totentanz nicht die Schow zu stehlen. Außerdem gab es beim Strassenfeger Team Sorge, dass die Schriftgröße zu klein sei. 

Leider hatten wir bei der Präsentation keinen ausgedruckten Dummy dabei. Da wir die Schriftgröße ja bereits getestet hatten, wäre ein Dummy sehr hilfreich für die Präsentation gewesen.

Layout-Arbeit

Mit diesem Feedback stürzte ich mich in die Layout Arbeit. Aus den bestehenden Texten alter StrassenfegerMAG-Ausgaben versuchte ich Texte neu zu setzten und dabei möglichst wenig zusätzliche Seiten zu gebrauchen. Nach etwas Zeit habe ich bei dieser Arbeit eine gute Vorgehensweise gefunden: Ich habe gemerkt, dass mir die besten Ergebnisse gelingen, wenn ich relativ schnell eine Vielzahl an Kompositionen erstelle. Ohne eine bestimmte Seite zu arg zu hinterfragen, versuche ich eher an einem Entwurf nicht zu lange zu arbeiten und stattdessen einen Neuen zu entwerfen, um am Ende alle Versionen vergleichen zu können. So fällt es viel leichter Kompositionen im Vergleich zu bewerten und die beste Wirkung herauszuarbeiten. 

Dabei habe ich echt viel Spaß daran gefunden immer neue Lösungen und Versionen zu erarbeiten. 

Für diese Doku habe ich eine Auswahl der verschiedenen Versionen gesammelt, mit einem weißer Umrandung markierte ist der final ausgewählte Entwurf markiert.

Abschlusspräsentation

✨Resultat

Unser finaler Entwurf umfasst 32 Seiten. Insgesamt haben wir zwei Sachtexte und 3 Interviews gesetzt. Außerdem haben wir das Magazin um 2 neue Rubriken ergänzt: knauser küche und kiekste? kannste! Altbekannte Rubriken haben wir umbenannt und die Rätselseite um 2 neue Kniffelaufgaben erweitert.

Fazit

Ich bin sehr zufrieden mit unserem Ergebnis und habe sehr viel aus dem Kurs mitgenommen. Gerade was das Layouten angeht, habe ich das Gefühl, mich in diesem Kurs unglaublich weiterentwickelt zu haben. Vor allem habe ich gelernt, wie ich am besten an Entwürfe herangehe und dabei mehr Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten gesammelt. Ich fand es außerdem unglaublich gut, einmal einen Einblick darin zu bekommen, wie der Prozess einer kompletten Magazingestaltung aussieht, von der Konzeption und Zielgruppenbestimmung über die visuelle Suche bis hin zum finalen Ausdeklinieren.

Ich habe es außerdem sehr genossen, dabei immer im Bezug auf die Möglichkeiten und Präferenzen des Strassenfeger-Teams zu arbeiten und zwischen eigenen Empfehlungen und den jeweiligen Präferenzen abzuwägen. Ich habe das Gefühl, dadurch viel Erfahrung darin gesammelt zu haben, meine Entscheidungen zu argumentieren und zu erklären.

Am meisten hat mir aber die Zusammenarbeit mit Sophie in diesem Kurs weitergeholfen. Als Zweierteam an Ideen herumzugrübeln und im Pingpong Dinge weiterzuentwickeln, hat mir unglaublich geholfen, kreativ zu bleiben und gleichzeitig Dinge stets auf ihre Machbarkeit und Sinnhaftigkeit zu prüfen. Ich habe das Gefühl, dass wir uns wunderbar ergänzt haben, und weiß jetzt schon, dass ich auch in Zukunft sehr gerne in Zweierteams arbeiten möchte.