Vorbereitungen

_DSC7132-1.JPG

Anfang November 2025 fuhren wir als Kurs nach Cottbus, um die originalen Prints und Negative von damals zu sichten und uns ein besseres Bild von den jeweiligen Arbeiten zu machen. Gut abfotografiert sollten uns die Fotografien als Vorlage für die spätere Reproduktion dienen.

Screenshot (45).png

Daraufhin stand uns viel Recherche bevor, um mögliche Spots für die Motive im Vorfeld ausfindig zu machen und entsprechende Routen zu planen. Diverse Foren, Websiten zu Lost Places, Komoot und Google Maps erwiesen sich als besonders hilfreich.

Fotografieren vor Ort

IMG_7869-9.jpg

In den folgenden Wochen ging es für uns mehrfach in den Brandenburgischen Ortsteil Kirchmöser. Dort fotografierten wir bei eisigen Temperaturen die damaligen Motive und begannen schnell uns auch für andere Details zu begeistern.

Text & Bildauswahl (vorläufig)

„Während manch prunkvoller Bau des Brandenburgischen Ortsteils Kirchmöser mittlerweile seinen Glanz verloren hat, wurde einst unscheinbaren Gebäuden längst wieder Leben eingehaucht. Vieles scheint sich in den vergangenen dreißig Jahren kaum gewandelt zu haben und doch ist spürbar, dass all die großen und kleinen Veränderungen Teil einer Geschichte sind. Leerstehende Produktionshallen und Verwaltungsgebäude erinnern an die wirtschaftliche Bedeutung in Zeiten des Krieges und der deutschen Teilung. Wo einst Panzer repariert wurden und die Präsenz der sowjetischen Armee das Stadtbild prägte, fügt sich heute die Natur sanft ins Bild und formt Menschengemachtes unauffällig neu. Zugleich tragen die gepflegten und bewohnten Gegenden noch immer den unverwechselbaren Charme ihrer Vergangenheit mit sich.“

vorläufiger Arbeitstext

1995, April - Juli Gerhard Zwickert dokumentiert im Auftrag den Ortsteil Kirchmöser zur Visualisierung des Zustandes Ostdeutschlands während der Transformationszeit.

2025, Anfang November Die Straßen sind menschenleer. Nicht einmal neugierige Blicke huschen durch Gardinen. Tore bleiben verschlossen.

2025, Ende November Es ist eiskalt. Das Tageslicht lenkt unsere Neugierde auf die Natur, die sich das Vergangene zurückholt.

2025, Dezember Alles kommt in Bewegung. Hand in Hand schlendern Ansässige zwischen restaurierten Gebäuden über sonnige Gehwege.

erster Textentwurf für die Ausstellung

Screenshot (46).png

Vergleich 1995 / 2025

Screenshot (47).png

Eigene Bildreihe zu Kirchmöser

Screenshot (48).png

Postkartenmotive

Fazit

Zwar fühlte sich die Reproduktion der vorhandenen Bilder für uns schon bald nach einer Pflichtaufgabe an, doch blieben wir motiviert, diese gewissenhaft zu erledigen. Den größten Spaß hatten wir beim unabhängigen Fotografieren, da wir dabei Kirchmöser ganz auf unsere Weise entdecken konnten. Um dies fortzusetzen und frei von Druck den Ort erkunden zu können, haben wir uns für die vorlesungsfreie Zeit vorgenommen, ganz bewusst ohne die Fotos von vor 30 Jahren loszuziehen und einfach für uns zu fotografieren. Außerdem planen wir ein Interview mit Gerhard Zwickert, um ihn mehr in das Projekt mit einzubeziehen und persönlichen Input für den Ausstellungstext zu erhalten.

Es war sehr spannend, auch den Fortschritt und die Ideen der anderen zu verfolgen und sich innerhalb des Kurses auszutauschen. Um einen wirklich intensiven Austausch zu ermöglichen, erschien uns der Kurs allerdings als zu groß. Auch der Input seitens der Lehrenden fiel häufig kürzer aus, als geplant. Es fehlte einfach oft die nötige Zeit um ins Detail zu gehen.

Wir sind gespannt darauf, wie sich der Kurs fortsetzen und in welche Richtung unsere eigene fotografische Reise bei dem Projekt noch gehen wird. Zwar haben wir bereits erste Ideen zum Ausstellungskonzept entwickelt, doch wie es letztendlich tatsächlich sein wird, ist noch offen.