PROZESS

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Unsere Auseinandersetzung mit den Bildern Rehrmanns begann im Dieselkraftwerk in Cottbus, dem Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst, wo die Originale archiviert sind.

Mit den Bildunterschriften aus dem Museum und Hilfe von Google Street View fertigten wir ein Logbuch an, um alle Informationen der Motive zu sammeln. Im November verbrachten wir dann drei Tage in der Wische und fuhren mit E-Bikes über den Deich und durch die Dörfer, um die Orte aufzufinden und neu zu fotografieren.

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ERGEBNIS

➔ Refotografie

Es gibt zwei Wege durch die Lenzerwische: die B196, die durch Obstbaumalleen, Weideland und Rinderzuchtanlagen führt – jene „Wische“, wie man auf Niederdeutsch das Wiesen- und Weideland nennt – und den Deich, der sich am Fluss entlang schlängelt und auf dem man die Elbaue überblicken kann. 

 
Die Wischedörfer liegen aufgefädelt auf diesen zwei Linien. Es sind Orte mit klangvollen Namen wie Besandten und Unbesandten, Seedorf , Wootz, Kietz und Breetz. Die Dörfer sind klein, die Häuser mit ihrem roten Stein und den tiefen Reetdächern malerisch. Wenn der Morgennebel durch die Wiesen steigt und die Schafe auf dem Deich grasen, hat die Wische schon fast etwas Märchenhaftes. 

 
An die vielen historischen Schichten, die diesen Fleck Erde geprägt haben und immer noch prägen, erinnern Landmarken wie ein alter DDR-Wachturm (heute Aussichtspunkt). In den idyllischen Gemeinden war Militär stationiert, das Weideland war Sperrgebiet. An dieser Stelle war die Elbe nicht nur ein Fluss, sondern Teil der Grenze zwischen Ost und West.
Dort, wo früher Todeszone war, legt heute die Fähre zwischen Brandenburg und Niedersachsen im 30-Minuten-Takt ab. Mittlerweile ist die Gegenwart eingekehrt. Mit ihr kommen Paare auf der Suche nach einem Zweitwohnsitz, Architekten aus Hamburg, die aus den alten Mühlen helle Lofts bauen und junge Leute aus der Kunstszene, die für ein Weekend-Getaway über den Deich spazieren. 

 
Und dazwischen diejenigen, die schon immer in der Wische gewesen sind: der Gastwirt, der uns mit dem Weg weiterhilft; die Musiklehrerin, bei der wir übernachten und die für die Krippenspielprobe durch die Dörfer tingelt und eine ältere Frau, die nur darauf wartet, uns die Dorfkirche zu zeigen.

➔ Eigene Bilder

(Das ist keine finale Reihe, sondern eine Auswahl von unseren eigenen Bildmotiven. Dieses Material möchten wir bei einem zweiten Ausflug gern ergänzen.)

REFLEXION

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Wir sind mit ein paar Fragezeichen in die Prignitz gefahren, zum einen, weil wir in den Kameraeinstellungen noch nicht geübt waren und zum anderen, weil wir nicht wussten, ob und wie unser Vorhaben gelingen würde.

Die Runde durch die Dörfer war ohne Auto viel zu groß und im kalten und schnell dunkel werdenden November konnten wir nicht so lange unterwegs sein wie geplant. Weil die Motive ziemlich weit auseinanderlagen und es gedauert hat, bis wir den richtigen Ort und Winkel gefunden hatten, waren wir eigentlich immer unter Zeitstress. Unser Fokus lag daher vor allem auf der Refotografie der Bilder im Buch und die eigenen Motive sind eher zwischen Tür und Angel entstanden. 
Aufgrund von Wetter und Krankheit waren wir auch nur einmal dort, weswegen wir noch keine wirklich enge Verbindung mit der Wische und den Bildern dort haben. Bei einer zweiten Expedition möchten wir auf die Suche nach eigenen Bildern gehen und diese gründlicher und konzentrierter erarbeiten.

Nichtsdestotrotz hat das Fotografieren überraschend gut funktioniert. Die gute Vorbereitung mit dem Logbuch hat uns eine saubere Arbeitsweise ermöglicht und wir sind im Großen und Ganzen zufrieden mit den Ergebnissen. Für uns beide war es das erste Mal, dass wir im Team fotografiert haben, was auch erstaunlich einfach war.

Wir haben in Lenzen bei einer Bekannten über drei Ecken übernachtet und hatten dadurch direkt einen persönlichen Zugang zu der Gegend. Auch die Offenheit und Hilfsbereitschaft sowie das Interesse an unserer Arbeit, das uns von den Dorfbewohner*innen gezeigt wurde, haben unseren Blick sehr geprägt.

Die wertschätzende Atmosphäre im Kurs sowie die neuen Impulse zu unserer Arbeit waren sehr bereichernd, genauso wie das Ansehen und Besprechen von Fotografien der anderen.