Materialgruppen
Zum Auftakt des Kurses wurde eine Reihe an Präsentationen, jeweils zu einem Material, in Gruppen aus ca. 3 Personen erarbeitet. Dies schuf einen großen Überblick zu grundlegenden Materialien im Produktdesign sowie die Verwendung dieser.
Dabei wurden diese Materialien vorgestellt:
Metalle
Hölzer
Kunststoffe
Papiere
Glas und Keramik
Textilien
Mineralische Werkstoffe
Deep Dive - Material und Markt
Dieser Deep Dive behandelte die „Rückwärtsanalyse“ eines Produktes mit Fokus auf EINEM oder DEM genutzten Material in diesem Produkt.
Ich entschied mich für Elektronische Drumpads, da ein Hauptteil des Produktes aus Gummi besteht und ich etwas zu diesem Material recherchieren wollte.
Abbau und Weiterverarbeitung:
Abbau: Der Grundstoff für die Herstellung von Gummi ist der weiße Milchsaft (Latex) des Kautschukbaums, meist aus Thailand oder Indonesien.
Ab einem Alter von sieben Jahren nach dem Anbau liefert ein Kautschukbaum in einer Plantage pro Jahr etwa 1,5 Kilogramm Naturkautschuk. Auf einem Hektar einer Kautschukplantage können etwa 800 bis 900 Bäume gepflanzt werden.
Weiterverarbeitung: Der Naturkautschuk wird gereinigt und erwärmt um die gewünschten Eigenschaften wie Härte und Elastizität zu erhalten.
The good, the bad & the ugly:
-Wälder werden gerodet
(In den etwas mehr als drei Jahrzehnten von 1985 bis 2022 hat sich die Anbaufläche für Kautschuk von 59.000 km2 auf 138.000 km2 mehr als verdoppelt. Wissenschaftler schätzen, dass zwischen 1993 und 2016 insgesamt bis zu 60.000 km2 Wald für die Gewinnung von Kautschuk gerodet wurden.)
-Tierarten werden bedroht
(Hinzu kommt, dass im Jahr 2021 mehr als 10.000 km2 Kautschukplantagen in wichtigen Hot Spots der Artenvielfalt lagen, das sind Gebiete mit besonders großer Artenvielfalt.)
-Besonders Monokulturplantagen sind ein großes Problem.
-Hinzu kommt, dass das fertige Gummi nicht biologisch abbaubar ist.
Disassembly Session
Während der Disassembly Session beschäftigten wir uns mit der Demontage kaputter eletkronischer Geräte. Der Fokus lag dabei auf den verbauten Materialien und dessen Gewicht bzw. dem Prozentualer Anteil im Vergleich zum CO2 Verbrauch bei der Herstellung.
Im folgenden ein paar Bilder von der demontage meines Wecker (etwas widerspenstig), sowie eine Tabelle mit Einblick auf die Materialien:
Plattenpate
Aufgabe Plattenpate:
In den kommenden Wochen wirst du die Gelegenheit haben, dich intensiv mit einem Material deiner Wahl auseinanderzusetzen. Du sollst nicht nur die Eigenschaften dieses Materials erforschen, sondern auch seine Verarbeitungsmöglichkeiten praktisch ausprobieren.
Schritt 1: Finde dein Material und Verfahren
Material: Papier
Geringes Gewicht (7 g/m² bis 225 g/m²)
(varriert zwischen Papiersorten)
hohe Verfügbarkeit
goße Variation mit verschiedenen Eigenschaften
Experimente/Verfahren:
Experimente bezüglich Lichtdurchlässigkeit/-Effekt-und Verteilung
Effekte dessen im Raum
Schritt 2: Formuliere deine Forschungsfrage
Wie verhält sich die Verteilung des Lichts im Raum bei selbstrecyceltem Papier?
Versuchsplan:
Materialien:
Kopierpapier
recyceltes Papier (https://www.youtube.com/watch?v=woz5_EbeTdY)
Rahmen
Kleber
verschiedene Oberflächen (Kacheln, Holz, )
eventuell Gegenstände (Gläser, Vasen, )
Wasser
Werkzeuge:
Mixer
Fön
Schale
Lappen
Schwamm
Baustrahler
Softbox
Glühbirne
schwarze Matte für den Hintergrund
Kamera (und Zuberhör)
Versuchsvariationen:
jede Kombination aus den drei unten gezeigten Kategorien wird durchprobiert und dokumentiert:
Schritt 4: Formuliere deine Hypothesen
Hypothese 1: Das recycelte Papier wird das Licht zum einen stärker durchlassen sowie unregelmäßiger im Raum verteilen
Hypothese 2: Ist das Ausgangspapier beim recyceltem Papier stärker und mit mehr Farbe bedruckt wird dieses im Nachhinein dunkler und weniger Lichtdurchlässig
Herstellung recyceltes Papier:
-Pulpe mixen: (varriierender Anteil von Wasser und Papier)
-Pulpe auf dem Netz verteilen und auspressen
-Netz in einem Behälter einspannen
-Pulpe darüber ausbreiten
-Küchentuch darüber und das Wasser mit einem Schwamm abschöpfen
-Pulpe zum trocknen auslegen
Beobachtungen:
-je mehr Wasser man hinzugibt, desto dünner wird das recycelte Papier
-mit fortgeschrittenem Trocknungsprozess wird das Papier immer stabiler
Lichtexperiment:
Die erste Reihe an Test bezieht sich auf den Effekt des Lichts auf dem Papier selbst, das unten gezeigte Bild erläutert den Versuchsaufbau
Beobachtungen Lichtexperiment:
Das Zeitungspapier lässt so gut wie gar kein Licht durch.
Das recycelte Notizpapier dämmt das Licht stark, wobei eine grobe, wolkenartige Struktur zu erkennen ist.
Bei doppelter Wassermenge in der Produktion scheint noch mehr Licht durch, die Highlights treten stärker hervor.
Das Kopierpapier ähnelt dem Notizpapier, das fehlen von Tinte scheint so gut wie keinen Einfluss auf das recycelte Papier und dessen Lichtdurchlässigkeit zu haben.
Fazit:
Von den untersuchten Papiersorten lässt das Notizpapier sowie das Kopierpapier am meisten und gleichmäßigsten das Licht durch.
Dadurch wurde die erste Hypothese bestätigt. Hypothese Nummer 2 stimmt nur zum Teil zu, da die Lichtundurchlässigkeit eher an dem Zeitungspapier an sich als an der vielen Farbe lag.
Ausblick/Anwendungen:
Das Papier herzustellen/zu recyceln ist sehr simpel und durch das Wasser sowie die Aussgangspapiersorte sehr variabel.
Die notwendigen Geräte und Materialien sind in so gut wie jedem Haushalt vorhanden.
Mein erster Gedanke bezüglich der Anwendung war es, recyceltes Papier für eigene Lampenschirme zu verwenden. Die Verformbarkeit des Materials ist während der Herstellung sehr hoch, sodass individuelle Formen, eventuell mit Hilfe einer Schablone, schnel produziert werden können.
Ein gutes Beispiel Hier:
Fazit und Feedback zum Kurs
Der Kurs hat für mich, besonders zum Start des Studiums Produktdesign, die wichtige Lücke des Überblicks über verschiedene Materialien übersichtlich sowie praxisnah geschlossen. Besonders die Aspekte bezüglich Nachhaltigkeit und zirkuäres Produktdesgin, welche ich nicht auf dem Schirm und ebenfalls nicht erwartet hatte, haben sich als aktuell und sehr relevant herausgestellt.
Die Themen wurden sehr systhematisch und aufeinander aufbauend präsentiert. Mir haben besonders die Beiträge von „ExpertInnen“ sowie die praxisnahen Projekte (Disassembly Session und Plattenpate. Der Kurs war im gesamten sehr durchdacht und organisiert, wodurch man trotz der vielen Themen den Überblick behalten konnte.