Konzept:

Um uns herum besteht eine vielseitige, vielschichtige und stetig wachsende Landschaft von unsichtbaren Strahlungen und Überwachungstechnologien. Ohne eine explizite Empfehlung für den Umgang mit diesen geben zu wollen, soll diese Landschaft durch eine Schnittstelle wahrnehmbar und erfahrbar gemacht werden. Die Schnittstelle ist ein Teddy, der auf Strahlungen differenziert reagiert, in dem er zwischen verschiedenen Feedback Stufen variiert. Um dem User nicht nur ein Tool zur reinen Strahlungsmessung in die Hand zu geben und den dystopischen Ansatz zu untermauern, fungiert die vorhandene Strahlung als ökologische Nische für den Bären. Der Teddy „ernährt“ sich von dieser und erwacht bei ausreichend Nahrung zum Leben.

Teddybären gelten generell als Metapher für Schutz Geborgenheit und Unschuld. Dieser Urzustand wird ad absurdum geführt, sobald der Bär erwacht, da dies nur durch Elektrosmog möglich ist. Das Zugrundelegen der „Wolf im Schafpelz“ Idee ist insofern wichtig, als das der Konflikt zwischen Eltern und Kindern forciert wird. Kinder, die mit dem Bären spielen, werden den Wunsch verspüren, dass dieser erwacht und aktiv wird. Dazu müssen sie in Elektrosmog belastete Felder. Es wäre also ein Szenario denkbar, in dem das Kind Mikrowelle, Wlan-Router, und alle auffindbaren Handys in die nähe des Bären schafft, um diesen zum Leben zu erwecken. Daraus entsteht natürlich wiederum ein Konflikt mit den Eltern, die besorgt wegen der Strahlung sein werden. So ist es möglich auch die Eltern zu erreichen und zu einer Reflektion zu bewegen auf die es uns ankommt. Im nächsten Schritt soll der Teddy für 14 Tage in Familien gegeben werden. Nach diesem Test wird eine dem Design Noir Projekt ähnliche Befragung durchgeführt, um festzustellen wie und ob der Teddy den Bezug der Testpersonen zur Strahlung verändert hat. Ein Szenario wäre z.B. das die Familie anfängt ihre Wohnung umzuräumen, um Strahlungen aus dem Weg zu gehen. Denkbar wäre auch das Nutzen des Teddys im öffentlichen Raum als eine Art Strahlungsindikator.

Introducing the r.eddy teddy:

http://incom.fh-potsdam.de/code/IP_media/IP_303/IP_upload/introvideo.mov Introvideo ansehen

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Marktrecherche:

Um zu sehen was der aktuelle Markt an ansatzweise vergleichbaren Produkten zu bieten hat wurde eine umfassende Marktrecherche erstellt. Die Produkte wurde an Hand folgender Kategorien gegliedert: aktiv, interaktiv, Kommunikations- und Überwachungshelfer. Das Fazit der Recherche war neben der Überraschung über allerlei absurdes Spielzeug, das keines dieser auch nur im Ansatz modular und erweiterbar konzipiert war. Wir stießen auf Überwachungstools in form von Kuscheltieren und Handys für unter sechs jährige, aber auf keinerlei kritischen Ansatz.

Feldstudien:

Um unser Konzept zu prüfen und die Prototypen zu testen wurden drei Feldstudien durchgeführt, bei den neben dem überprüfen des r.eddy teddy auf seine attraktivität für Kinder, interviews mit den Eltern geführt wurden. Die Eltern wurden zu ihrem Lebenstil, Erziehungstil und ihren Bezug zu Elektrosmog gefragt. Insgesamt wurde eine kritische Haltung gegenüber Strahlung festgestellt, dennoch waren sich die Eltern sehr unsicher über die mögliche Auswirkung dieser. Der r.eddy teddy stellte sich bis auf den Konflikt fördernden Aspekt (das Kind wünscht sich einen aktiven Bären folglich Strahlung, die Eltern möchten dies meiden) als Interessante Variante heraus, mehr über das Strahlungsumfeld zu erfahren.

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http://incom.fh-potsdam.de/code/IP_media/IP_303/IP_upload/feldstudie.mov Ausschnitt der ersten Feldstudie ansehen

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Screenshots weiterer Befragungen

Entwicklung:

Um die Resonanz an Kindern und deren Eltern testen zu können und das Konzept zu kommunizieren bedurfte es eines mehrerer Prototypen, die kontinuierlich weiterentwickelt wurden. Während wir bei den ersten Prototypen auf vorhandene Kuscheltiere auswichen, wurde der beta Prototyp selbst genäht, um ihm ein unseren Vorstellungen entsprechendes Erscheinungsbild zu geben. Dieses sollte gemütlich, treu und einfältig wirken, also der angesprochenen „Wolf im Schafspelz“ Idee entsprechen. Derzeit entwickeln wir eine äußerliche Variante die als Designobjekt konzepiert wird und sich an Erwachsene richtet. Das technische Innenleben besteht aus einem Arduino board, einem Servomotor, LEDs, einem Piezzospeaker und einem modifizierten bluetooth und wififinder. Der Teddy wird durch eine 9V Batterie betrieben. Bisher hat der Bär 04 verschieden Modi um auf Strahlung zu reagieren:

01 bei geringer Belastung fängt sein Herz an zu schlagen (haptisches & akustisches Pochen). Die Frequenz des Herzschlages ist an die Intensität der vorhandenen Wifi-Strahlung gekoppelt.

02 Nimmt die Wifi-Strahlung zu, fangen die Augen des Bären an kontinuierlich zu leuchten, das Herz wird schneller.

03 Wird die Strahlung intensiviert steigert sich die Herzfrequenz und die Augen fangen an zu blinken.

04 Kommt bluetooth dazu, beginnt der Bär den Kopf zu drehen

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Prototypen Entwicklung:

Demonstration der Feedbackvarianten:

http://incom.fh-potsdam.de/code/IP_media/IP_303/IP_upload/prototyp_in_action_01.mp4 Schwerpunkt audio

http://incom.fh-potsdam.de/code/IP_media/IP_303/IP_upload/prototyp_in_action_02.mp4 Schwerpunkt visuell & bluetooth

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r.eddy teddy beta 1.0:

Outro

http://incom.fh-potsdam.de/code/IP_media/IP_303/IP_upload/outrovideo.mov Outrovideo ansehen

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Ausblick

Der r.eddy teddy wird weiterentwickelt, mit der Zielsetzung modulare Feedback Komponenten zu erstellen und das Interaktionspektrum des Teddys zu vergrößern. Zudem sollen weitere Skins für unterschiedliche Zielgruppen entwickelt werden. Die Entwicklung wird von dem Fluxdensity Blog begleitet.

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