Annahmen
Angesichts des beliebter werdenden Video-on-Demand stellt sich die Frage nach dem Wert von Programmsendern. Hier ist zunächst auf die Kulturleistung hinzuweisen, die das professionelle Kuratieren darstellt – insbesondere bei öffentlich-rechtlichen Sendern. Außerdem werden sich immer mehr leicht abrufbare, weil digitale Inhalte in den Mediatheken ansammeln. Es gibt jedoch noch einen entscheidenden Mehrwert: Die zeitgebundene Ausstrahlung ermöglicht ein, wenn auch nur indirektes, kollektives Erlebnis. Der Tatort, über den am Montag alle sprechen, das Heute-Journal, mit dem man den Tag beschließt. Fernsehen gibt Einsamen ein Gemeinschaftserlebnis, zeitlich Unstrukturierten eine externe Zeitstruktur.
In Zukunft wird das öffentlich-rechtliche Angebot auf drei Säulen stehen:
- Es wird weiterhin die offiziellen, professionell kuratierten Programmsender geben.
- Die Mediatheken werden freier zugänglich, die Masse der produzierten Sendungen wird dauerhaft abrufbar.
- Zusätzlich wird es nutzerkuratierte Kanäle geben, die die immer schwerer überschaubaren Inhalte der Mediatheken erschließen. Dabei können auch aktuelle Sendungen offizieller Programmsender eingebettet werden, etwa um erst ältere Lindenstraßenfolgen und dann live die aktuelle Folge zu sehen.
Alle drei Bereiche sind von einer Social-Networking-Plattform durchdrungen.
Design
Wir gestalteten eine reine User-Ansicht, bei der wir auf ein Second-Screen-Szenario zurückgriffen. Dieses beruht auf besagten drei Säulen – »Kanäle« (1), »User TV« (3) und »Media« (2).
Während auf dem TV-Gerät ausschließlich Video abgespielt wird, dient der Second Screen zum Navigieren …

… als TV-Guide …

… sowie fürs Social-Networking (sendungsbasierter Chat, Einladen zum gleichzeitigen Sehen):

Außerdem kann auf einem zusätzlichen Info-Layer ins laufende Video eine visuelle Auswertung zum Generieren von Hintergrund-Infos eingeblendet werden:


Zusätzlich skizzierten wir eine Kuratoren-Sicht zum Editieren der nutzerkuratierten Kanäle (»User TV«):

